Debatte um Impfstoff-Zulassung

Stiko-Chef Thomas Mertens würde sein eigenes Kind nicht impfen lassen

Thomas Mertens.
Thomas Mertens.
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03. Dezember 2021 - 8:26 Uhr

Entscheidung der Stiko mit Spannung erwartet

Deutschland debattiert über die Zulassung des Kinderimpfstoffs gegen Corona. Die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko) steht noch aus. Deren Vorsitzender Thomas Mertens lässt nun mit einer Aussage aufhorchen.

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Wann kommt die Stiko-Empfehlung?

Im Podcast der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er, dass er seine eigenes 7-jähriges Kind derzeit nicht impfen lassen würde. Der Grund: Über die Daten der Zulassungsstudie des Impfstoffes hinaus gebe es "keinerlei Daten" über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Altersgruppe sieben bis elf. Aussagen über mögliche Langzeitfolgen oder -schäden seien daher kaum möglich.

Auf die Empfehlung der Stiko zu Impfungen für Kinder unter zwölf wird mit Spannung gewartet. Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen? Die Stiko sei aktuell dabei, ihre Empfehlung fertigzustellen, so Mertens. "Sie wird sicher fertig sein, bevor der Kinder-Impfstoff in Deutschland verfügbar ist", sagte er im Podcast. Er rechne mit der Fertigstellung der Empfehlung um den 11. Dezember. Diese diene der größtmöglichen Sicherheit für die Kinder.

Noch keine Daten aus USA und Israel

Gegen eine Empfehlung spreche derzeit, dass Daten aus den USA und Israel, wo Kinderimpfungen bereits begonnen haben, noch nicht vorlägen, so Mertens. Ob es auf eine generelle Empfehlung für die Altersgruppe der Kinder von fünf bis elf herauslaufe, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Die Stiko wird in Bezug auf frühere Entscheidungen in der Corona-Pandemie kritisiert, unter anderem auf eine späte Empfehlung für Auffrischungs-Impfungen. Im Gespräch mit dem ARD-Politikmagazin Panorama räumte Mertens nun ein, dass es "wahrscheinlich günstiger" gewesen wäre, mit dem Boostern früher anzufangen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte den mRNA-Kinderimpfstoff von Biontech Mitte November zugelassen. Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte jüngst, dass die Lieferung an die EU-Staaten schon am 13. Dezember erfolge. (msc/Reuters)