Reisewarnung für fünf Regionen

Corona-Alarm in Kroatien: Was bedeutet das für meinen Urlaub?

Die Infektionszahlen in Kroatien steigen dramatisch - was bedeutet das für einen Urlaub in Kroatien?
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12. September 2020 - 12:22 Uhr

Corona-Alarm in Kroatien: Neuinfektionen auf hohem Niveau

In Kroatien schwankt die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen aktuell stark. Die Werte der vergangenen Tage lagen zwischen 117 (07. September) und 369 (03. September) neuen Fällen. Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es derzeit 13.368 bestätigte Infektionen und 218 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 (Stand: 12. September, 11:25 Uhr).

Als Reaktion auf die gestiegenen Zahlen hat das RKI inzwischen fünf kroatische Gespanschaften zu Risikogebieten erklärt: Šibenik-Knin und Split-Dalmatien (seit 20. August), Zadar (seit 2. September), Dubrovnik-Neretva und Pozega-Slavonia (seit 9. September). Auch das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für diese Regionen in Kroatien erlassen.

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Was bedeutet das für meinen Kroatien-Urlaub?

Eine Reisewarnung aus Deutschland "würde uns am härtesten treffen", hatte der Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, Romeo Draghicchio, der Deutschen Presse-Agentur zuvor noch gesagt. "Die Deutschen sind unsere Urlaubsgruppe Nummer eins."

Österreich und Italien verhängten bereits einige Tage vor Deutschland eine Reisewarnung für Kroatien. Diese betrifft auch deutsche Urlauber - zumindest indirekt. Denn bei der Rückreise von Kroatien durch Österreich müssen sie das Land nun ohne Zwischenstopp durchqueren - nicht mal kurze Stopps für eine Toiletten- oder Essenspause sind gestattet. Wer dagegen verstößt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen, wie der ADAC berichtet.

Auch Slowenien hat das benachbarte Kroatien von der Liste der Corona-sicheren Länder gestrichen, hat aber derzeit noch keine Reisewarnung ausgesprochen. Für Urlauber, die sich derzeit in Kroatien befinden, wird sich deswegen bei der Rückreise erst einmal aber nichts ändern. Allerdings wird die Einreise nach Slowenien etwas komplizierter, wenn man aus Kroatien kommt. Der Grund: Kroatien ist in Slowenien jetzt wieder als Land eingestuft, dass sich auf einer sogenannten "gelben Liste" befindet. Bei Ländern auf der "gelben Liste" kontrollieren die Behörden in Slowenien viel genauer. Die Folge könnten längere Wartezeiten an der Grenze sein. Insgesamt gestalten sich Reisen auf den Balkan, wie etwa nach Bulgarien, wieder zunehmend komplizierter. Grundsätzlich ist aber eine Durchreise durch Slowenien momentan unproblematisch. Allerdings sollte diese nicht länger als zwölf Stunden dauern. Kurze Zwischenstopps, beispielsweise um zu tanken, sind erlaubt.

Starker Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Kroatien

Kroatien galt als eines der Länder, das auf die Pandemie schnell und effektiv reagiert hatte und anfangs quasi "Coronafrei" blieb. Ende Juni kam es aber zu einer Wende und es wurden täglich hohe Infektionszahlen gemeldet. Mitte August ist das Niveau der Neuinfektionen noch einmal stark gestiegen.

Seit dem 25. Februar, als in Kroatien der erste Corona-Fall bestätigt wurde, wurden im ganzen Land bisher insgesamt 13.368 Personen positiv getestet. 2.430 Menschen gelten aktuell als infiziert, 10.721 als genesen.

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Testpflicht auf das Coronavirus

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

In Kroatien gilt Masken-Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Krankenhäusern sowie für Personen, die im Gastgewerbe arbeiten. Reisenden wird empfohlen, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Dritten zu halten und sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Seit dem 1. August können sich alle Urlauber direkt nach der Rückreise nach Deutschland innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassenFür Rückkehrer aus einem Risikogebiet gilt sogar eine Corona-Testpflicht.

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Vor der Abreise ausführlich informieren!

Das Auswärtige Amt sowie das Robert-Koch-Institut informieren auf ihren Websites darüber, welche Länder und Regionen aktuell zu den Risikogebieten zählen.
 
Alle diese Informationen und Regeln können sich täglich ändern. Solange die Corona-Pandemie weiter Schutzmaßnahmen erforderlich macht, ist daher die wichtigste Regel: immer genau informieren und nachfragen. Verbindliche Angaben liefern offizielle Stellen wie die Bundesregierung und die Reiseländer selbst. Wer darauf achtet, hat die besten Chancen, einen erholsamen und reibungslosen Urlaub zu genießen - und gesund zu bleiben.

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