Wegfall der Impfpriorisierung

Betriebsärzte starten Corona-Impfungen

09. Juni 2021 - 10:54 Uhr

Im Video: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beim Impfstart in Betrieben dabei

Ab diesem Montag starten auch Betriebsärzte mit den Corona-Impfungen. Mit dem Wegfall der Impfpriorisierung werden die Betriebsärzte in die Impfaktion gegen das Coronavirus einbezogen. Sie sind die dritte Säule nach den Impfzentren und den Hausärzten. Zum offiziellen Impfstart hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das BMW-Motorradwerk in Berlin-Spandau besucht (Video).

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Altmaier: 3 Millionen Impfungen pro Monat durch Betriebsärzte

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht in der Einbeziehung der Betriebsärzte in die Impfkampagne einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus. "Das ist ein weiterer großer Fortschritt in der Impfstrategie. Die Betriebsärzte haben auf diesen Tag gewartet und sind bereit, heute loszulegen. Das wird nochmal einen deutlichen Unterschied machen", sagte der CDU-Politiker am Montag im RTL/ntv-Frühstart.

Diese Woche erhielten die Betriebsärzte rund 700.000 Impfdosen. Das sei eine beträchtliche Zahl. Sie werde wachsen, wenn sich das Impfen einspiele, so Altmaier. Der Bundeswirtschaftsminister geht von rund drei Millionen Impfungen pro Monat durch Betriebsärzte bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie deren Familienangehörigen aus.

Wie bei Konzert-Tickets: "In zwei Minuten ist alles weg"

Verhalten äußerten sich allerdings Verbandsvertreter: Der Impfstart bei den Betriebsärzten laufe wegen zu unkonkreter Liefertermine und sehr geringen Impfstoffmengen mit Verzögerungen an. "Die meisten werden wohl erst ab morgen richtig loslegen", sagte die Vorsitzende des Regionalverbandes Nordrhein-Süd im Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Tanja Menting. Bei einer Impfstoff-Ankündigung im Laufe des Montagnachmittags ohne Uhrzeit könne man an dem Tag nicht planen, zumal der Impfstoff von Biontech/Pfizer vor dem Impfen zunächst erst einmal aufbereitet werden müsse.

Der Vorsitzende des Betriebsärzte-Regionalverbandes Nordrhein-Nord, Thomas Meier, berichtete von einer kurzfristigen Verschiebung des Liefertermins auf Dienstag in seinem Bereich. Wenn die Termintools nach dem Eintreffen der Impfdosen freigeschaltet werden können, sei ein riesiger Ansturm zu erwarten. "Das ist wie bei den Tickets für ein Madonna-Konzert. In zwei Minuten ist alles weg", sagte Meier. Er befürchtet sogar, dass in der kommenden Woche noch weniger Impfstoff als die rund 100 Impfdosen je Betriebsarzt zur Verfügung stehen werden, die für diese Woche angekündigt worden seien.

Laut Betriebsärzteverband haben rund 6300 Betriebsärzte Impfstoff angefordert. In der ersten Woche sollen sie insgesamt 702.000 Dosen bekommen. Sie starten zunächst mit dem Präparat von Biontech/Pfizer. (dpa/aze)

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