Steigende Corona-Zahlen

Corona: Ärzte fordern mehr Tempo bei Drittimpfungen

Die Corona-Zahlen steigen wieder rasant - nicht so die Anzahl der Auffrischimpfungen.
Die Corona-Zahlen steigen wieder rasant - nicht so die Anzahl der Auffrischimpfungen.
© dpa, Wolfgang Kumm, wk nic vco vrb

26. Oktober 2021 - 7:40 Uhr

Erreicht uns im Herbst eine neue Corona-Welle?

Die Corona-Fälle steigen im Herbst wieder - nun soll die dritte Impfung vor allem bei besonders gefährdeten Gruppen noch Schlimmeres verhindern. Fachleute fordern daher mehr Tempo bei den Auffrischungen. Besonders die Hausärzte seien jetzt in der Pflicht.

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"Booster-Impfungen dringend gebraucht"

Angesichts steigender Corona-Inzidenzen haben sich Politiker und Experten für mehr Dritt-Impfungen gegen Covid-19 bei Älteren und Risikogruppen ausgesprochen. Die sogenannten Booster-Impfungen können in der Regel sechs Monate nach dem zweiten Piks verabreicht werden, damit weitere Antikörper gebildet werden.

"Booster-Impfungen für die vulnerablen Gruppen werden gerade mit Blick auf die steigenden Zahlen dringend gebraucht", sagte Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Leider ist das nicht bundesweit einheitlich geregelt, so dass es mancherorts zu Verzögerungen kommt."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "In Anbetracht der steigenden Fallzahlen auch bei Älteren ist eine neue Impfkampagne zur Nutzung der Booster-Impfungen in dieser Altersgruppe jetzt unbedingt nötig."

Auch Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow forderte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mehr Tempo bei den Auffrischungen. "Drittimpfungen müssen jetzt so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden, die aktuellen Coronazahlen sind erschreckend." Hennig-Wellsow betonte, "für die dritte Impfung muss genauso geworben werden wie weiterhin auch für die erste und zweite".

"Niemand darf durchs Raster fallen"

In der Pflicht stehe insbesondere der Hausärzteverband. "Er hat schon ganz früh die Schließung der Impfzentren gefordert, weil diese angeblich nicht gebraucht würden. Das war ein Fehler", sagte Heinrich weiter. "Daher muss der Verband jetzt flächendeckende Boosterimpfungen, auch in Pflegeheimen, durch die Hausärzte sicherstellen und mobile Impfteams dorthin schicken."

Der Virchowbund-Chef appellierte an alle niedergelassenen Ärzte, auch jenen Risikopatienten die dritte Impfdosis zu verabreichen, die ihre ersten Impfungen in Impfzentren bekommen haben. "Hier darf niemand durchs Raster fallen", sagte Heinrich. (dpa/jar)

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