Die Akte Veysel K.

Prozess gegen Clan-Mitglied beginnt in Berlin

Im Landgericht Berlin wurde heute der Prozess gegen Veysel K. eröffnet.
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15. Juli 2020 - 9:55 Uhr

Clan-Mitglied Veysel K.: Zum wiederholten Mal vor Gericht

Es ist nicht das erste Mal, dass Veysel K., vor Gericht steht. Schon 2014 musste sich der einstige Freund von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker nach einer Messerstecherei vor der Justiz behaupten, er wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Heute startete ein neuer Prozess gegen Veysel K. am Landgericht Berlin.

Die Strafakte des Veysel K.

Veysel K. werden mehrere Straftaten vorgeworfen. So soll er unter anderem am 27. August 2019 gemeinsam mit einem bislang unbekannten Mittäter einen Mann vor einer Bar in Berlin-Schöneberg geschlagen haben, um ihm Geld zu stehlen. Laut des Gerichtstextes hat Veysel K. den Geschädigten mithilfe einer Waffe und einem Messer dazu aufgefordert, in ein Auto zu steigen. Auf der Autofahrt zur Wohnung des Geschädigten soll Veysel K. weiter auf sein Opfer eingeschlagen haben, auf diese Weise konnte er einen Ring erpressen.

Eine weitere Straftat soll der Kumpel von Rapper Bushido am 12. November 2019 begangen haben: Ihm wird vorgeworfen, nach einer vorangegangenen Auseinandersetzung zwischen einem Verfolgten und einem Zeugen vor einem Café in Berlin-Tiergarten mit einer 9mm-Pistole sieben Mal in die Luft geschossen haben. Dabei hat der Angeklagte, der im November bereits unter Führungsaufsicht stand, gegen die ihm erteilten Weisungen verstoßen.

Veysel K.: Teilnahmslos vor Gericht

Im Landgericht Berlin wurde heute der Prozess gegen Veysel K. eröffnet.
Im Landgericht Berlin wurde heute der Prozess gegen Veysel K. eröffnet.
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Bei dem heutigen Prozessauftakt am Berliner Landgericht bekam Veysel K. nach der Anklageverlesung die Chance, sich zu den Vorwürfen zu äußern – doch er verzichtete. Leidglich die Fragen zu seinen Personalien beantwortete er kurz und knapp. Sein Verhalten: Teilnahmslos und völlig desinteressiert, wie anwesende RTL-Reporter beobachten konnten.

Prozessauftakt: Vier Zeugen geladen, drei sind erschienen

Der erste Zeuge, ein Geschädigter aus einem der zahlreichen Anklagepunkte, erschien zu Prozessauftakt nicht. Erst nachdem ein Ordnungsgeld in Höhe von 200€ ausgesprochen und eine polizeiliche Vorführung für den 22. Juli beschlossen wurde, erschien eine schriftliche Entschuldigung des Zeugen: Er befindet sich wegen familiären Angelegenheiten derzeit in Polen.

Drei weitere Zeugen, allesamt Polizisten, sagten heute als Zeugen aus. Ihre Aussagen bezogen sich geschlossen auf den Vorfall im August 2019.

Clan-Kriminalität und Veysel K.: Was hat Tim Wiese damit zu tun?

Tim Wiese
Tim Wiese
© dpa, Uwe Anspach

Welche Rolle Tim Wiese bei dem Prozess spielen wird, ist derzeit noch unklar. In der Anklageschrift wird der Ex-Nationaltorhüter zwar als Zeuge erwähnt, ob er jedoch tatsächlich vor Gericht erscheinen wird, ist ungewiss. Mitte November letzten Jahres hat die Berliner Polizei den Sportler offenbar im Zusammenhang mit einer Gewalttat im Clan-Milieu als Zeugen vernommen, ein Dashcam-Video soll die Auseinandersetzung belegen. Damals verweigerte Wiese eine Aussage. Ob er sich im Prozess gegen Veysel K. nun kooperativer zeigt, bleibt abzuwarten.