Nach Katastrophe von Beirut

Chemie-Abfall nach Niedersachsen verschifft – Wie gefährlich ist der Giftmüll für uns?

Im August 2020 kommt es im Hafen von Beirut zu einer schweren Explosion.
Im August 2020 kommt es im Hafen von Beirut zu einer schweren Explosion.
© dpa, Marwan Naamani, GHY lix abl

17. Mai 2021 - 17:34 Uhr

Hochgiftiger Chemiemüll aus Beirut

Die Bilder der gewaltigen Explosion von Beirut aus dem August 2020 wird wohl niemand so schnell vergessen. Die Detonation zerstörte große Teile der libanesischen Hauptstadt, 190 Menschen starben. Jetzt wird der hochgiftige Chemie-Abfall aus Beirut in Niedersachsen entsorgt.

700 Tonnen Chemie-Abfall

16.05.2021, Niedersachsen, Wilhelmshaven: Das Containerschiff "Amoenitas" in deutschen Gewässern auf dem Weg zu seinem Zielhafen in Wilhelmshaven.Ein Containerschiff mit giftigen Chemikalien aus dem Libanon ist in Wilhelmshaven angekommen. eutsche Ex
Ein Schiff bringt die 59 Container mit Giftstoffen aus Beiruts Hafen nach Wilhelmshaven
© dpa, ---, axs

Ein Schiff brachte den Sondermüll am Sonntag nach Wilhelmshaven. Im Jade-Weser-Port wurden die 700 Tonnen Chemiemüll verladen und in ein Zwischenlager im Landkreis Friesland transportiert. Neben Lack- und Farbschlämmen sind auch Salz- und Schwefelsäuren in den insgesamt 59 Containern geladen.

Bremer Firma bereitete Transport vor

Eine auf maritime Unfälle spezialisierte Firma aus Bremen hatte den Chemiemüll im Libanon fachgerecht in die Container verladen und den Transport eng begleitet. "Wir haben ein eigenes Labor mit in den Libanon genommen, um die Chemikalien zu analysieren. Vor Ort gab es nämlich keinerlei Dokumentation welche Chemikalien dort eigentlich lagerten", erzählt Geschäftsführer Heiko Felderhoff.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Umweltminister garantiert für Sicherheit

28.04.2021, Niedersachsen, Hannover: Olaf Lies (SPD), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, spricht in der Sitzung des niedersächsischen Landtags. Foto: Moritz Frankenberg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD).
© dpa, Moritz Frankenberg, mof fdt

Der nun nach Niedersachsen transportierte Sondermüll sei zwar hochgiftig - fachgerecht gelagert und entsorgt bestehe aber keine Gefahr, so Umweltminister Olaf Lies (SPD). "Wir haben in Niedersachsen hervorragende Möglichkeiten solche Stoffe sicher zu entsorgen. Wir übernehmen damit international Verantwortung." Die Kosten für den Transport haben die Europäische Kommission und der Libanon getragen.

Aufbereitung auch in Hamburg

Vom Zwischenlager im Landkreis Friesland aus soll der Giftmüll nun weitertransportiert werden. Unter anderem in Bremen, Hamburg, Brunsbüttel und Kassel sollen die Chemie-Abfälle dann entsorgt oder wiederaufbereitet werden.

Auch interessant