Ohne Schutz-Impfung

Charité-Studie: Deshalb erkranken ältere Menschen schwerer an Covid

Vergangene Erkältungen haben positive Auswirkungen auf den Verlauf einer Corona-Infektion.
Vergangene Erkältungen haben positive Auswirkungen auf den Verlauf einer Corona-Infektion.
© Alexander Raths - Fotolia, Alexander Raths

14. September 2021 - 13:47 Uhr

"Alte" Erkältungen können eine Corona-Infektion beeinflussen

In einem Forschungsverbund haben Wissenschaftler der Berliner Charité herausgefunden, dass vergangene Infektionen mit Erkältungscoronaviren positive Auswirkung auf eine Infektion mit dem Coronavirus haben können.

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Alte Erkältung wirkt sich positiv auf Corona aus

Der Körper habe in vielen Fällen spezifische Immunzellen gebildet, die ihm in einer akuten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus helfen können, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science".

Diese sogenannte "Kreuzimmunität" nimmt mit zunehmendem Alter ab. Das könnte mit dafür verantwortlich sein, dass ältere Menschen schwerer an Covid-19 erkranken als jüngere Menschen. Zudem falle der Impfschutz oftmals schwächer aus, heißt es laut Charité-Studie.

Woran liegt das?

Die körpereigenen, sogenannten T-Helferzellen, die bei zurückliegenden Erkältungen bereits mit ähnlich ausgebildeten Viren konfrontiert waren, sind jetzt besser darauf vorbereitet, auch die Viren des neuartigen Coronavirus anzugreifen und zu bekämpfen.

Für diese Erkenntnisse wurden fast 800 Menschen seit Sommer 2020 regelmäßig auf das Coronavirus getestet und untersucht.

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Auch andere Gründe bestätigen, dass Kinder seltener schwer betroffen sind

Das kindliche Immunsystem scheint auf die Attacken des Coronavirus besser vorbereitet zu sein als das von Erwachsenen. Die Zellen der oberen Atemwege befinden sich einer aktuellen Untersuchung zufolge bereits in erhöhter Alarmbereitschaft und können das Virus im Falle einer Infektion schnell bekämpfen, bevor es sich massiv vermehrt.

Das erklärt vermutlich auch, warum Kinder sehr viel seltener als Erwachsene schwer an Covid-19 erkranken, wie Forschende aus Berlin und Heidelberg im Fachmagazin "Nature Biotechnology" berichten. (dpa/lra)

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