Frühstart mit Carsten Linnemann

"Wir müssen den Laden zusammenhalten"

„Wir müssen den Laden zusammenhalten“ Frühstart mit Carsten Linnemann
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Frühstart mit Carsten Linnemann
„Wir müssen den Laden zusammenhalten“

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Von Christian Wilp

CDU-Vize Carsten Linnemann widerspricht seinem Chef Friedrich Merz und spricht sich für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr in Deutschland aus. Außerdem plädiert er für den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke und mahnt, bei den Entlastungen die Arbeiterschaft nicht aus dem Blick zu verlieren.

"Bestimmte Milieus treffen sich nicht"

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, Carsten Linnemann, hat sich anders als sein Parteichef Friedrich Merz für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr in Deutschland ausgesprochen. „Ich persönlich bin für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr, damit wir auch diejenigen erreichen, die wir sonst nicht erreichen“, sagte Linnemann im RTL-Frühstart. Zwar ginge das nicht von heute auf morgen, da man zunächst die notwendigen Kapazitäten schaffen müsse. Doch er wolle sich mit voller Kraft dafür einsetzen und das auch durchziehen. „Wir müssen den Laden zusammenhalten, die Segregation, die Spaltung findet statt, bestimmte Milieus treffen sich nicht“, so Linnemann weiter. Der CDU-Bundesvorsitzende Merz hatte sich am Sonntag im ZDF-Sommerinterview für ein freiwilliges Gesellschaftsjahr ausgesprochen.

"Atomkraftwerke länger laufen lassen"

Außerdem plädierte Linnemann dafür, die drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland länger am Netz zu halten. „Wenn wir jetzt die drei laufenden Kernkraftwerke abschalten, müssen wir das Doppelte verstromen aus Gas“, sagte Linnemann. „Also das hat mit klugem Menschenverstand einfach nichts zu tun.“ Im Nachhinein sei es ein Fehler gewesen, 2011 zu beschließen, vorzeitig aus der Kernenergie auszusteigen. Und zwar „ohne einen genauen Plan zu haben, wie wir Deutschland einigermaßen autark mit Strom versorgen können“, so Linnemann weiter. „Und das müssen wir jetzt nachholen.“

Linnemann geht erklärtermaßen nicht davon aus, dass der Staat in der Lage sein wird, sämtliche Verluste im Zuge der Energiekrise auszugleichen. „Wir werden zum ersten Mal seit Jahrzehnten in meinen Augen mit Wohlstandsverlust zu tun haben“, sagte Linnemann. Der Staat müsse nicht nur an die Bedürftigen denken, sondern dürfe auch die Arbeiterschaft zu vergessen. „Und dann dürfen wir gerade die Menschen, die morgens aufstehen, die auf den Wecker kloppen, die arbeiten gehen, die diesen Laden hier wirklich zusammenhalten, nicht aus dem Blick verlieren.“