Der Weg zur Stimmabgabe

Bundestagswahl: Von der Wahlbenachrichtigung bis zum Urnengang – was muss ich beachten?

Hygieneregeln und Schutz vor Corona, auch im Wahllokal.
Hygieneregeln und Schutz vor Corona, auch im Wahllokal.
© dpa, Daniel Karmann, dka hpl

22. Juli 2021 - 9:24 Uhr

Wenn der Tag der Wahl kommt

Irgendwann wird es konkret, spätestens wenn einen von überall her mehr oder weniger bekannte Gesichter anlächeln und um Wählerstimmen bitten. Wenn in den Fußgängerzonen Wahlhelfer Kugelschreiber mit Parteilogo verteilen, der Ton in den Fernsehdebatten schärfer wird und die Spitzenkandidaten sich plötzlich sogar in Ihrer Nähe blicken lassen, dann ist bald Wahl. Und für Sie steht eine Entscheidung an. Dann müssen Sie entscheiden: Sofern Sie wahlberechtigt sind, werden Sie vier bis sechs Wochen vor dem Termin der Bundestagswahl noch mal per Wahlbenachrichtigung persönlich an Ihren demokratischen Auftrag erinnert. Spätesten 21 Tage vor der Wahl muss die Wahlbenachrichtigung bei allen Wahlberechtigten eingetroffen sein. Was ist dann zu tun?

Wahlunterlagen verlegt? Sie dürfen trotzdem wählen

Sie sind dann aufgefordert, am Wahltag im Wahllokal Ihres Kreises innerhalb des genannten Zeitraums ihre Stimme abzugeben. Um wählen zu können, müssen Sie im Wahllokal die Wahlbenachrichtigung vorlegen, diese wird dann einbehalten. Sicherheitshalber sollten Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass dabeihaben. Sollten Sie die Wahlbenachrichtigung verlegt haben, können Sie trotzdem wählen, dann benötigen Sie allerdings auf jeden Fall Ihren Ausweis.

Dann ist der Weg in die Wahlkabine frei. Dort haben Sie auf Ihrem Wahlschein zwei Stimmen. So sieht es das in Deutschland angewandte personalisierte Verhältniswahlrecht vor. Mit der ersten Stimme wählen Sie den Kandidaten, der Ihren Wahlkreis im Bundestag vertreten soll, die zweite Stimme geben Sie der Partei, die Sie möglichst stark im Bundestag vertreten sehen wollen. Ihre beiden Stimmen sind nicht aneinandergebunden. Natürlich können Sie mit der ersten Stimme den Kandidaten der Partei A wählen und ihre zweite Stimme auch Partei B, C oder D geben. Ebenso können Sie nur eine Stimme abgeben, egal ob nun Erst- oder Zweitstimme. Ungültig wird Ihre Stimme erst, wenn Sie mehr als eine Erst- und Zweitstimme abgeben. Wenn Sie eine Erststimme und zwei Zweitstimmen abgeben, ist nur die Erststimme gültig (und umgekehrt).

+++ Wie genau die Verteilung von Erst- und Zweitstimme funktioniert, lesen Sie hier.+++

Keine Selfies in der Wahlkabine

Wahlen sind in der BRD geheim, deshalb dürfen Sie die Wahlkabine nur allein betreten. Weder Ehe- oder Lebenspartner noch Ihr Kind darf Sie begleiten, es sei denn das Kind ist noch so klein, dass es die Situation nicht erfassen kann. Das geht allerdings auch nur mit Genehmigung des Wahlleiters. Eine Ausnahme besteht allerdings, wenn Sie aufgrund einer Behinderung, Verletzung oder Krankheit nicht in der Lage sind, ihre Stimme allein abzugeben. In diesem Falle dürfen Sie eine Person bestimmen, die für Sie den Wahlvorgang ausführt.

Falls Sie Ihren Urnengang in den sozialen Medien mit einem Selfie dokumentieren wollen, sollten Sie das vor dem Wahllokal machen. Selfies oder Fotos von Ihrem Wahlzettel in der Wahlkabine sind nicht erlaubt, da Ihre Wahl nicht mehr geheim wäre.

Sollten Sie am Wahltag nicht daheim sein oder keine Lust haben, den Weg ins Wahllokal anzutreten, können Sie auch per Briefwahl abstimmen. Sie erhalten mit der Wahlbenachrichtigung ein entsprechendes Antragsformular. Wie eine Briefwahl genau abläuft, erklären wir Ihnen hier.

Wenn Sie am Wahltag spät dran sind und erst ganz knapp vor 18:00 Uhr am Wahllokal ankommen und dann auch noch eine Menge Leute vor Ihnen in der Schlange stehen, können Sie trotzdem noch wählen. Um Punkt 18:00 Uhr kommt der Wahlleiter nach draußen und schaut, wer letzter in der Schlange ist. Erst wer danach noch kommt, darf seine Stimme nicht mehr abgeben.

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