Brutaler Vergewaltiger darf zur Abschreckung in die Türkei abgeschoben werden

23. November 2018 - 14:09 Uhr

Grausames Verbrechen in Worms schockierte 2012 die Öffentlichkeit

Es ist ein deutliches Urteil, dass die Koblenzer Richterin Dagmar Wünsch gesprochen hat. Und es erfolgt als Reaktion auf ein abscheuliches Verbrechen, dass drei Männer im Jahr 2012 begangen haben. Einer, Ali B., soll jetzt endlich in die Türkei abgeschoben werden. Der 26-jährige Vergewaltiger lebt seit 19 Jahren in Deutschland. Sechs Jahre sitzt er im Gefängnis. Als er wieder frei ist, klagt er gegen seine Abschiebung - und scheitert jetzt beim Verwaltungsgericht Rheinland-Pfalz.

Ziel: "Andere Ausländer sollen sich ordnungsgemäß verhalten"

Damit steht fest: Die Ausweisung des in Deutschland aufgewachsenen Türken aus "generalpräventiven Gründen" wegen einer schweren Sexualstraftat, die Ausdruck einer durch ein frauenverachtendes Weltbild geprägten Einstellung ist, ist rechtmäßig. Durch die Ausweisung werde "einer Vielzahl junger Männer verdeutlicht, dass der deutsche Staat nicht nur Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bestraft, sondern auch aufenthaltsbeendende Maßnahmen ergreift."

Mit dieser "generalpräventiven" Maßnahme soll erreicht werden, "dass sich andere Ausländer mit Rücksicht auf eine kontinuierliche Ausweisungspraxis ordnungsgemäß verhalten", heißt es in der Mitteilung des Gerichts.

Urteil soll abschrecken

Dagmar Wünsch © VGH Rheinland-Pfalz
Richterin Dagmar Wünsch
© VGH Rheinland-Pfalz, unbekannt

Dieses Urteil soll also auch abschrecken. Denn der Mann ist nicht nur ein brutaler Verbrecher, sondern hat ein "archaisches Frauenverständnis", so die Richterin. Er hält die damals 16-jährige Susanne K. (Name geändert, Anm. d. Red.) für eine "Schlampe, die es mit jedem und gerne auch mit mehreren Männern gleichzeitig treibe". Und das nur, weil das Mädchen - wie zwei der Täter auch kurdischer bzw. türkischer Abstammung - sich modern kleidet, schminkt und ohne Begleitung unterwegs ist.

"Sie wies starke Verletzungen im Genitalbereich auf und war nicht ansprechbar"

Links Ali B. 2012 bei der Gerichtsverhandlung (Foto: Bild.de), rechts Susanne K. (Name geändert, Foto: privat)
Links Ali B. 2012 bei der Gerichtsverhandlung (Foto: Jürgen Mahnke, Bild.de), rechts Susanne K. (Name geändert, Foto: privat)
© rtl.de, BILD / unbekannt

Das macht Susanne zum Opfer eines grauenvollen Verbrechens. Sie kennt ihre späteren Peiniger, geht arglos mit ihm und Bekannten in ein Lokal in der Wormser Innenstadt. Die die drei Männer im Alter von 17 bis 19 Jahren machen sie betrunken. Dann nehmen sie die 16-Jährge mit in ein Parkhaus. Zwei von ihnen vergewaltigen das junge Mädchen wieder und wieder. Misshandeln Martina auf brutalste Weise, prügeln auf sie ein, attackieren sie mit einer abgebrochenen Flasche und lassen sie einfach liegen.

Im Polizeibericht heißt es: "Gegen 23:30 Uhr wurde der Polizei in Worms eine verletzte Frau im Parkhaus Friedrichstraße in Worms gemeldet. Die eintreffenden Polizeibeamten fanden die 16-Jährige im Bereich des Treppenhauses unbekleidet vor. Sie wies starke Verletzungen im Genitalbereich auf und war nicht ansprechbar." Martina hat eine Menge Blut verloren, ist stark unterkühlt. Nur eine Notoperation rettet ihr das Leben.

Türkei will Ali B. nicht aufnehmen

Die drei Männer werden gefasst und verurteilt. Der deutsche Mittäter, der laut "Bild"-Zeitung "Schmiere" gestanden hat, geht für drei Jahre ins Gefängnis, die beiden Haupttäter sechs Jahre. Ein heute 24-Jähriger wird im März 2018 abgeschoben. Sein zwei Jahre älterer Komplize soll nach dem aktuellen Urteil folgen. Bisher weigert sich die Türkei jedoch ihn aufzunehmen, weil angeblich Papiere fehlen, so das Blatt weiter.