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Booster-Impfung gegen Corona: Wer darf sich zum dritten Mal impfen lassen und wann?

Politik entscheidet wieder anders als die Stiko

Wer sollte sich jetzt "boostern" lassen?

Impfung
Booster-Impfungen: Viele Menschen fragen sich, ob sie schon dürfen oder nicht. Foto: Sven Hoppe/dpa
deutsche presse agentur

Corona-Booster - muss "der Verstärker" sein?

Wer doppelt gegen das Sars-CoV-2-Virus geimpft ist, der ist schon einmal gut davor geschützt, schwer an Corona zu erkranken. Doch dieser Schutz währt leider nicht ewig. Der Körper braucht rund sechs Monate nach der Zweitimpfung eine Art „Erinnerung“, weiß Allgemeinmediziner Dr. Thomas Aßmann: „Unser Körper, mit seiner genialen Immunantwort, vergisst, die Antwort weiterzuführen und die Antikörper werden mit der Zeit abgebaut. Das heißt: Er braucht einen Kick, einen Booster, damit die Antikörper wieder hochkommen.“ Darf sich also jetzt jeder boostern lassen, der möchte?

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Gesundheitsminister der Länder empfehlen jetzt allen die Booster-Impfung

Schon lange gilt: Grundsätzlich hat jeder geimpfte Bürger ab zwölf Jahren ein Anrecht auf eine Booster-Impfung. „Das sieht das Bundesgesundheitsministerium so vor“, sagt der Direktor des Hygienezentrums, Dr. Georg-Christian Zinn. Ärztinnen und Ärzte halten sich in der Regel an die Empfehlungen der Gesundheitsministerkonferenz und der Ständigen Impfkommission.

Bisher sah die Politik in Anbetracht der stetig steigenden Infektionszahlen nur eine Auffrischung für Risikogruppen vor – für Personen ab 60 Jahren. Die Stiko sieht bislang eine Altersgrenze von 70 Jahren vor. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, sagte aber: „Jetzt Booster-Impfungen wahllos für alle zu empfehlen, macht keinen Sinn, wenn wir tatsächlich eine klare Indikation haben für Menschen, die jetzt im anstehenden Winter besonders gefährdet sind.“

Doch am Freitag, 5.11., beschlossen die Fachminister von Bund und Ländern in Lindau, die Booster-Impfung ausnahmslos allen bisher zweifach Geimpften zu empfehlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) will aber nach wie vor erst „in wenigen Wochen“ entscheiden, ob sie diese Auffrischungsimpfungen für alle empfehlen kann. Es gebe Daten aus internationalen Studien, die dafür sprächen, sagt der Vorsitzende Thomas Mertens der Funke Mediengruppe. Es sei aber zu prüfen sei, inwieweit diese Ergebnisse überhaupt auf Deutschland übertragbar seien.

Wem empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischung?

  • Personen ab 70 Jahren
  • Bewohnern und Betreuten in Pflegeeinrichtungen für alte Menschen (wegen erhöhten Ausbruchspotenzials hier auch für Menschen unter 70)
  • Pflegepersonal mit direkten Kontakt zu alten Menschen oder anderen Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe
  • Personen in medizinischen Einrichtungen mit Patientenkontakt
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Wem empfehlen die Gesundheitsminister die Auffrischung?

Bund und Länder wollen Auffrischimpfungen jetzt eben für alle Geimpften nach sechs Monaten ermöglichen. Dafür sähen die Bundesländer unter anderem Impfbusse und Impfzentren vor, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem Treffen der Fachminister von Bund und Ländern am Freitag in Lindau. Auch die niedergelassenen Ärzte würden sich für die Auffrischimpfungen engagieren. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden - nicht die Ausnahme.“ Insbesondere gelte dies für Ältere und das Personal von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Woher bekomme ich den Piks?

Wer einen der oben genannten Kriterien erfüllt und dessen Zweitimpfung mehr als ein halbes Jahr zurückliegt, sollte jetzt Kontakt zu seiner Hausärztin oder Hausarzt aufnehmen. Eine weitere Möglichkeit ist die kostenlose Hotline 116117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Nach den politischen Verlautbarungen vom 5.11. wird dies aber wohl auch wieder in örtlichen Impfzentren und Impfbussen möglich sein.