Seine Familie hofft auf Stammzellenspende

Fatale Fehleinschätzung: Anthonys (12) Eisenmangel entpuppt sich als Blutkrebs

Anthony (12) hat Blutkrebs und sucht eine Stammzellenspende.
Anthony (12) hat Blutkrebs und sucht eine Stammzellenspende.
© Stephan Hartmann

29. Januar 2022 - 16:07 Uhr

von Daniel Kandora

Er liebt Kampfsport – jetzt kämpft er um sein Leben: Anthony (12) hat Leukämie. Im Juli 2021 wirkt er schlapp, blass, lustlos. Zuerst denkt seine Mutter, dass er vielleicht an einem Eisenmangel leidet, im Krankenhaus kommt dann die Diagnose Blutkrebs. Das Leben der Familie "hat sich schon 360 Grad gedreht", erzählt Anthonys Vater. Die Familie hofft jetzt auf eine Stammzellenspende.

Diagnose: Blutkrebs

"Er hat immer sehr viel Sport gemacht, hier in der örtlichen Tao-Schule, das ist natürlich ein Umstand, der ihm auch fehlt", sagt Stephan Hartmann im Telefongespräch mit RTL Nord. Auf die Diagnose folgt ein fünfwöchiger Klinikaufenthalt inklusive Chemotherapie. Doch die Krebszellen sind nicht weg. Inzwischen ist Anthony zwar wieder zuhause, muss aber alle 10 Tage wieder in die Klinik nach Bremen zur Chemotherapie. "Ihm geht es den Umständen entsprechend ganz gut soweit, natürlich auch mit schlechten Phasen, gerade nach Chemotherapien", sagt Stephan Hartmann.

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Alltag trotz Krankheit ermöglichen

Anthony beim Stand-up-Paddeln
Anthony beim Stand-up-Paddeln
© Stephan Hartmann

"Wir müssen im Umgang mit ihm ja auch nicht ständig Probleme wälzen, sondern auch versuchen, so ein bisschen Alltag auch für ihn zu schaffen", erklärt Hartmann weiter. Angesichts der Krankheit und zusätzlich der Corona-Pandemie ist das natürlich nicht so einfach. Um den Schulstoff nicht zu verpassen, konnte Anthony bisher am Online-Unterricht teilnehmen, zum neuen Schuljahr soll zudem eine Lehrkraft ins Haus kommen. Und auch der Kontakt zu Freunden bleibt weiterhin möglich, wenn auch eingeschränkt. "Ein wechselnder, permanenter Kontakt ist natürlich nicht ideal, aber er hat einen guten Freund, der dann entsprechend auch mit Selbsttestung hier auch kommt und mit gewissen Abständen ist es möglich. Es sei denn, es gibt Phasen, wo er sich im Zelltief, so nennt sich das, befindet, wo er besonders anfällig wäre für Infekt-Situationen."

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Hoffen auf die Stammzellenspende

Trotz der hohen psychischen Belastung: Man vertraue auf die Ärzte und deren Erfahrung. "Da fühlen wir uns sehr gut aufgehoben in Bremen, wo wir uns in Therapie befinden", meint Stephan Hartmann. Die Familie hofft, dass sich möglichst viele Menschen bei der DKMS registrieren und so schnell ein geeigneter Spende gefunden wird. Damit Anthony bald wieder Kampfsport machen kann oder die Familie einfach mal in den Urlaub fahren kann. "Ich meine, das ist jetzt alles nicht so wichtig, das ist alles zweitrangig, aber wenn es wieder geht und man entsprechend die Sache durchgestanden hat, wollen wir auch das natürlich nachholen." Zuerst hatten die Cuxhavener Nachrichten über Anthony berichtet.