Ganz ohne Spähsoftware

Bericht: BKA kann bei WhatsApp mitlesen

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22. Juli 2020 - 10:16 Uhr

Methode werde beim BKA kaum genutzt

Kann das Bundeskriminalamt (BKA) tatsächlich bei WhatsApp mitlesen? Laut Recherchen von WDR und BR offenbar ja – und das sogar über eine reguläre Funktion, ganz ohne Spionagesoftware oder komplizierte Hacker-Eingriffe. Doch wie kann das sein?

Nutzung des Browsers erleichtert wohl das Ausspähen von WhatsApp-Chats

Laut "Tagesschau" habe das BKA-Referat "Informationstechnische Überwachung" einen Weg gefunden haben, wie es an verschlüsselte Chats herankommt und Sprachnachrichten, Videos, Texte und Fotos in Echtzeit nachvollziehen kann. Das soll aus einem internen Schreiben des BKA hervorgehen. Besonders dafür geeignet sei die Nutzung von WhatsApp im Browser und nicht unbedingt via Handy. Allerdings müsse vor der Ausspähung des Browsers ein Zugriff auf das Mobiltelefon erfolgt sein, um beide Geräte miteinander zu synchronisieren.

Hinweise auf diese Methode würden unter anderem die Unterlagen aus dem Verfahren gegen den Berlin-Attentäter Anis Amri geben. Den Recherchen von WDR und BR zufolge handle es sich bei dieser Art von Überwachung – zumindest nach Auffassung des BKA – um eine reguläre Telekommunikationsüberwachung mit richterlicher Anordnung. Genutzt werde sie jedoch sehr selten. Auf Anfrage soll das BKA mitgeteilt haben, dass man zu operativen Ermittlungsfähigkeiten "keine detaillierten öffentlichen Auskünfte" erteile.