Urteil wegen sexueller Nötigung aufgehoben

Bill Cosby ist frei: So lässt er sich nach seiner Entlassung feiern

01. Juli 2021 - 7:37 Uhr

Urteil wegen sexueller Nötigung gegen Bill Cosby nichtig

Bill Cosby ist wieder ein freier Mann. Das höchste Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hat das weltweit beachtete Urteil gegen den US-Komiker wegen sexueller Nötigung überraschend gekippt. Die Entscheidung sorgte bei Vielen für Fassungs- und Ratlosigkeit. Wie sich der 83-Jährige nach seiner Entlassung ungeachtet dessen feiern ließ, unser Reporter Dominik Maur berichtet im Video für uns von vor Ort aus Philadelphia.

Fast drei Jahre im Gefängnis

Der 83-Jährige ist wacklig auf den Beinen, doch streckt den Arm nach oben und macht das Victory-Zeichen. "Er ist extrem glücklich, zu Hause zu sein und freut sich darauf, mit seiner Frau und seinen Kindern zusammen zu sein", teilte Cosbys Anwältin Jennifer Bonjean bei einer improvisierten Pressekonferenz auf dem Anwesen des Ex-Entertainers mit. Nur Stunden zuvor war Cosby aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war der erste prominente Verurteilte der #Me-Too-Ära. Mehr als 60 Frauen hatten dem Entertainer sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Art vorgeworfen. Im Prozess ging es allerdings nur um einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Doch: 2018 war Cosby wegen sexueller Nötigung verurteilt worden. Fast drei Jahre saß er im Gefängnis, bis zu sieben weitere Jahre hätten noch folgen können.

So kam es zur Freilassung

Aber wie kam es zu der plötzlichen Entlassung? 2005 hatte Cosby einen Deal mit dem Staatsanwalt geschlossen. In einem Zivilprozess um die Entschädigung eines seiner Opfer sagte er aus, dafür sollte es keinen Strafprozess gegen ihn geben. Und dieses Versprechen gilt bis heute. Der Prozess, den es also nie hätte geben dürfen, könne auch nicht noch einmal aufgerollt werden, so das Gericht. Ganz egal, ob Cosby schuldig ist oder nicht.

Die aktuelle Entscheidung sorgte für Fassungs- und Ratlosigkeit. "Es ist wichtig zu verstehen, dass das höchste Gericht von Pennsylvania nirgendwo in der 79-seitigen Entscheidung behauptet hat, dass Bill Cosby unschuldig ist", betont Anwältin Lisa Bloom. Der Komiker selbst bestand immer darauf: Er sei unschuldig und empfinde "keine Reue".

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Eine "widerliche" Entscheidung

"Ich bin wütend, diese Nachricht zu hören. Ich kenne persönlich Frauen, die dieser Mann mit Drogen bewusstlos gemacht und vergewaltigt hat. Schande über das Gericht für diese Entscheidung", kommentierte die Schauspielerin Amber Tamblyn auf Twitter. Die #Metoo-Aktivistin und Schauspielerin Rosanna Arquette nannte die Entscheidung "widerlich". Phylicia Rashad, die Cosbys Frau in der Cosby-Show spielte, reagierte dagegen erfreut: "Ein schreckliches Unrecht wurde korrigiert", schrieb sie. (abl/dpa)