Riesen-Frachter stellt sich im Suezkanal quer

Superstau in Ägypten - 100 Schiffe stecken fest

27. März 2021 - 14:17 Uhr

Suezkanal: Mehr als 100 Schiffe warten auf die Weiterfahrt

Es sind unglaubliche Bilder vom Suezkanal in Ägypten – der wichtigsten Seestraße zwischen Europa und Asien. Dutzende schwimmende Riesen stauen sich in beide Richtungen. Die Frachter können weder vor noch zurück. Und das, weil sich am Dienstag ein 400 Meter langes Containerschiff quer gestellt und den gesamten Kanal blockiert hat.

Riesen-Schiff kracht wegen Sandsturm gegen Kanalmauer

Dieser Mega-Stau im Suezkanal in Ägypten könnte drastische Folgen für die ohnehin schon angeschlagene deutsche Wirtschaft haben. Der Industrieverband warnt am Mittwoch vor steigende Kosten für Unternehmen, die auf Seetransporte aus Asien angewiesen sind. Was war passiert: Am Dienstag ist die "Ever Given" – eines der größten Containerschiffe der Welt – auf Grund gelaufen. Laut der ägyptische Suezkanal-Behörde hatte der Kapitän nach der Einfahrt vom Roten Meer in den Kanal aufgrund eines Sandsturm schlechte Sicht. Der 400 Meter lange und 53 Meter breite Frachter sei dann mit Bug und Heck gegen die Kanalmauern gefahren und habe sich quergestellt.

Der Unfall sorgte für einen Stau auf beiden Seiten. Rund 100 Schiffe sollen zurzeit still stehen, während acht Schlepperboote versuchen, den Riesen-Frachter zu bewegen. Wind und die Größe des Schiffes würden die Arbeit allerdings erschweren, heißt es.

Probleme für die Wirtschaft: Es gibt kaum Alternativen zum Suezkanal

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Nach Angaben der Allianz laufen rund zehn Prozent des Welthandels durch diesen Kanal, der den Seeweg von Europa nach Indien um 7.000 Kilometer verkürzt. Das Problem für viele Unternehmen sei, dass es kaum Alternativen zum Kanal gibt. Niemand wisse, ob sich ein möglicher Umweg über Südafrika lohnt, teilte der Verband Deutscher Reeder am Mittwoch mit. "Je länger die Sperrung andauert und je länger die Ungewissheit andauert, desto drastischer werden die Auswirkungen dieser Sperrung sein", sagte Verbandssprecher Christian Denso.

Die Lage im internationalen Container-Seeverkehr sei ohnehin angespannt, die Blockade verschärfe sie nun noch einmal, teilte der Bundesverband der Deutschen Industrie mit.