DAS würden echte Beamte nie fragen!

Betrüger tarnen sich als falsche Polizisten: Mit diesem Trick bleiben Sie für die Verbrecher unsichtbar

Wer nicht im Telefonbuch steht, macht es Betrügern schwer.
© DPA

21. Januar 2020 - 8:43 Uhr

Zahl der Betrugsfälle steigt

Immer häufiger werden Menschen am Telefon Opfer falscher Polizisten und verlieren in der Folge große Geldsummen. Wie aber schaffen es die Betrüger, die Menschen am Telefon dazu zu bewegen, ihnen ihr Vermögen oder Wertgegenstände auszuhändigen? Und wie kann man sich vor dieser Betrugsmasche schützen?

Betrüger erwecken den Anschein, sie wollten vor einem Verbrechen warnen

Eine beliebte Masche der Betrüger ist es, ihre potenziellen Opfer am Telefon davon zu überzeugen, dass ihr Geld und ihre Wertgegenstände zu Hause oder in den Schließfächern auf der Bank nicht mehr sicher sind.  Dies wird beispielsweise mit korrupten Bankangestellten oder vermeintlichen Hinweisen auf einen geplanten Einbruch begründet. In der Folge versuchen die vermeintlichen Polizisten ihre Opfer davon zu überzeugen, Geld und Wertgegenstände zusammenzupacken und an einen Abholer auszuhändigen, um ihn anschließend durch die Polizei in Verwahrung nehmen zu lassen. Dabei gingen die Betrüger sehr geschickt vor.

Martin Lang, Leiter der Abteilung organisierte Kriminalität beim Landekriminalamt (LKA) Baden-Württemberg erklärt, dass die falschen Polizisten das Vertrauen ihrer Opfer in der Regel dadurch erlangen, dass

  • die Telefonnummer 110 im Telefondisplay des Angerufenen erscheint
  • sich die Betrüger als Polizisten ausgeben, was vor allem bei vielen älteren Menschen zu einem Vertrauensvorschuss führt

Die Polizei ruft Bürger niemals mit der Telefonnummer 110 an!

Immer mehr Senioren werden Opfer falsche Polizisten.
Die Betrüger haben vor allem ältere Menschen im Visier.
© deutsche presse agentur

Laut Lang sitzen die Callcenter, von denen aus die Anrufe getätigt werden, vor allem in der Türkei. Durch das sogenannte "Call-ID-Spoofing" gelingt es den Tätern, Telefonanschlüsse so zu manipulieren, dass bei dem Angerufenen eine andere Nummer als die tatsächliche angezeigt wird – in diesem Fall die Nummer 110 des Polizeinotrufs. Die Betrüger wählen ihre Opfer aus, "indem sie Anruferlisten nach älteren Vornamen durchforsten", sagt der Experte.

Doch wie erkenne ich als Angerufener einen Betrug durch falsche Polizeibeamte am Telefon? Hierzu gibt die Polizei folgende Tipps:

  1. Die echte Polizei ruft niemals mit der Telefonnummer 110 bei Bürgern an!
  2. Die Polizei fordert niemals die Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen!
  3. Seien Sie misstrauisch: Legen Sie bei dem geringsten Zweifel an der Echtheit des Anrufers auf! Rufen Sie im Anschluss selbst die Polizei an und erkundigen Sie sich, ob der geschilderte Sachverhalt stimmt. Drücken Sie dabei nicht die Rückruftaste, da Sie sonst möglicherweise erneut bei den Betrügern landen. Wählen Sie die Notrfnummer der Polizei - 110 - selbst.
  4. Unsichtbar machen: Lassen Sie sich aus dem Telefonbuch austragen bzw. gar nicht erst eintragen. Denn wer nicht im Telefonbuch steht, kann nicht oder nur schwer gefunden werden.

Die Verbraucherzentrale NRW rät darüber hinaus, am Telefon grundsätzlich nicht über die eigenen finanziellen Verhältnisse zu sprechen und niemals auf Geldforderungen einzugehen. Auch Passwörter oder Kontodaten sollten Sie gegenüber Behörden, Banken und der Polizei niemals preisgeben.

Wie sollte man auf betrügerische Anrufe reagieren?

"Wenn Sie angerufen werden und merken, dass es in Richtung Betrug geht, würde ich folgendes raten: Legen Sie auf und rufen Sie dann Ihre örtliche polizeiliche Dienststelle an, um den Fall anzuzeigen und sich Verhaltenstipps abzuholen", erklärt Lang.

Wer sich schnell sicher ist, dass er gerade von einem Betrüger angerufen wird, könne übrigens beiläufig erwähnen, dass es bei ihm keine Geld- und Vermögenswerte gibt. "Dann ist das Gespräch in der Regel relativ schnell beendet. Um die Struktur bedienen zu können, brauche ich ein gewisses finanzielles Volumen, um für die Täterschaft interessant zu sein", so Lang weiter.

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