Er kritisierte Coronamaßnahmen als „mittelalterliche Methoden“

Pforzheim: AfD-Landtagsabgeordneter Bernd Grimmer stirbt an Corona

Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag, Bernd Grimmer (Archivbild)
Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag, Bernd Grimmer (Archivbild)
© deutsche presse agentur

21. Dezember 2021 - 8:50 Uhr

AfD-Landtagsabgeordneter infizierte sich mit Corona

Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Bernd Grimmer ist tot. Der 71-jährige AfD-Politiker starb in der Nacht zum Sonntag, wie die "Pforzheimer Zeitung" berichtete – offenbar an den Folgen einer schweren Covid-19-Erkrankung. "Er ist an Corona gestorben, nach drei Wochen Krankheit" bestätigte die Ehefrau des AfD-Politikers der Zeitung.

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Deutsche Corona-Politik war für Grimmer "krankes Regime"

Der Politiker aus Pforzheim, der im Stuttgarter Landtag saß, hatte mehrfach die Corona-Maßnahmen in Deutschland kritisiert. Noch im September postete er auf seiner Facebookseite: "Das Corona-Regime hierzulande kann nur noch als krank bezeichnet werden. Während sich unsere Nachbarn locker machen, schalten deutsche Regierende auf stur." Er warf der Regierung "Alarmismus" und "mittelalterliche Methoden" vor, "um auch noch jene in die Knie zu zwingen, die bislang das 'Impfangebot' dankend abgelehnt haben".

Im August warf er der Politik vor¸ mit "Stimmungsmache gegen Ungeimpfte" die Gesellschaft spalten zu wollen. Er sprach sich dafür aus, sich Schweden zum Vorbild zu nehmen, wo zu Beginn der Pandemie deutlich lockerere Maßnahmen galten als in vielen anderen Ländern. Nun fiel er selbst der Krankheit zum Opfer. Wie der "Spiegel" berichtet, spricht sich sein AfD-Kreisverband aber trotzdem weiterhin gegen eine Corona-Impfpflicht aus.

AfD Baden-Württemberg trauert um Landtagsabgeordneten

Auch die AfD Baden-Württemberg bestätigte auf Facebook den Tod ihres Abgeordneten. "In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Parteifreund Dr. Bernd Grimmer, der am vergangenen Wochenende von uns gegangen ist", hieß es dort in einem Post.

Die Partei verliere einen "erfahrenen, besonnenen und durchweg weisen Politiker der ersten Stunde". Grimmer habe 2016 das erste Direktmandat für die AfD geholt. "Seiner Familie und Freunden wünschen wir viel Kraft in dieser schweren Stunde", so die Partei. (jgr)