Neue Studienergebnisse aus den USA

Hilft Cannabis im Kampf gegen Corona?

Berauschende Ergebnisse bei Behandlung von Corona-Infizierten?
© dpa, Matt Masin, the orange county register abl h

21. September 2020 - 12:36 Uhr

Berauschende Ergebnisse bei Behandlung von Corona-Infizierten?

Cannabis wird in der Medizin schon seit langem angewendet. Jetzt gibt es neue Studienergebnisse aus den USA, die Hoffnung im Kampf gegen Corona geben könnten. Ein in der Cannabispflanze enthaltener Stoff, Tetrahydrocannabinol oder kurz THC, könnte bei akutem Lungenversagen und damit bei einer der Hauptkomplikationen von Corona-Erkrankten wirken.

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THC hilft zwar in der Theorie...

Getestet wurde bei der Studie der University of South Carolina an Mäusen im Labor – denen wein Gift verabreicht wurde, das akutes Lungenversagen hervorruft. Alle erkrankten Mäuse bekamen danach THC gespritzt. Das überraschende Ergebnis: Alle Mäuse überlebten und die Lunge erholte sich wieder.

...RTL-Medizinexperte Dr. Specht rät davon aber ab

Laut Arzt und Medizin-Journalist Dr. Christoph Specht handle es sich bei den Ergebnissen um eine absolute Sondersituation: Denn das Lungenversagen kann auch bei anderen Krankheiten auftreten und wurde im Test nicht durch das Corona-Virus hervorgerufen. Ob THC auch bei durch Corona hervorgerufenem Lungenversagen hilft, könne somit nicht belegt werden. Völlig unklar sei auch, ob so eine Wirkung auch bei Menschen auftreten könnte. Die Ergebnisse seien laut Dr.Specht sehr vage. Daher rät der Experte von voreiligen Schlüssen und einem Cannabis-Konsum bei einer Corona-Erkrankung ab. Denn THC wirkt laut Dr. Specht regulierend auf das Immunsystem und biete daher eher die Chance, dass sich dort andere Bakterien ansiedeln können.

Ein Cortison-Mittel macht Hoffnung

Vielversprechender sei laut Specht hingegen eher Dexamethason, das eigentlich als Cortisonpräparat eingesetzt wird. Der Wirkstoff wird bereits bei der Behandlung von schweren Corona-Verläufen eingesetzt und vermindert laut einer Studie die Sterberate bei bestimmten Patienten, das teilte die EMA in Amsterdam mit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht bereits von einem "wichtigen Durchbruch". Einer Klinik in Bayern zufolge musste keiner der Covid19-Patienten beatmet werden, nachdem in der Behandlung Dexamethason eingesetzt wurde.

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