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Belgien: Rubbellos-Gewinner kann 250.000 Euro nicht abholen – weil er keinen Pass hat

Algerier kämpft in Belgien um seinen Rubbellos-Gewinn

Mann kann sich 250.000-Euro-Gewinn nicht auszahlen lassen – weil er keinen Pass hat

Lotto
In Belgien gewann ein Mann 250.000 Euro mit einem Rubbellos.
deutsche presse agentur

Ist es ein Traum oder ein Albtraum? In Belgien hat ein junger Mann 250.000 Euro gewonnen - kann sich die Mega-Summe allerdings nicht auszahlen lassen! Der 29-Jährige lebt illegal in dem Land, besitzt weder einen Pass noch ein Bankkonto. Drei Männer, die dem gebürtigen Algerier helfen wollten, wurden sogar zwischenzeitlich festgenommen. Wie geht es nun weiter?

Belgien: „Wir haben mit jedem Euro Rubellose gekauft"

„Wir haben mit jedem Euro, den wir entbehren konnten, Rubellose gekauft. In der Hoffnung, etwas zu gewinnen“, erzählt S. gegenüber belgischen Medien. „Und eines Tages haben wir gewonnen. Ich konnte es kaum glauben. Das Siegerlos hat fünf Euro gekostet. Ich hatte extrem viel Glück!“

Viel länger hielt das Glück des jungen Mannes allerdings nicht an: In dem Supermarkt, in dem S. sein Glückslos gekauft hatte, konnte er seinen Gewinn nicht einlösen. Summen von mehr als 100.000 Euro dürfen ausschließlich von der belgischen Lotterie ausgezahlt werden.

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Los-Gewinner hat keinen Pass und kein Bankkonto

S. ahnte damals bereits, dass er ohne Papiere Probleme bei der Auszahlung bekommen könnte - und schickte kurzerhand drei Bekannte zu der Zentrale. Sie sollten den Gewinn für ihn abholen.

Der Plan ging allerdings nicht auf: Die Lotterie vermutete, dass die Männer das Los gestohlen haben könnten und verständigte kurzerhand die Polizei. Die drei wurden festgenommen.

Um die Unschuld seiner Bekannten zu beweisen, musste sich S. nun also doch bei der Lotterie melden. Aber: Seinen Gewinn erhielt er trotzdem nicht. Ohne Pass und ohne Bankkonto sei eine Auszahlung nicht möglich, heißt es von dem Unternehmen.

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Gewinner kam aus Algerien über Spanien und Frankreich nach Belgien

Dieses Problem will S. nun gemeinsam mit seinem Anwalt Alexander Verstraete lösen: „Wir versuchen, seine Identität zu beweisen“, sagt Verstreate. „Er muss seine Familie in Algerien kontaktieren.“

Der 29-Jährige war vor vier Monaten aus dem nordafrikanischen Land in Richtung Europa aufgebrochen. Über Spanien und Frankreich kam er zweieinhalb Monate später nach Belgien. „Es war eine harte Reise“, sagt er.

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Wird der Los-Gewinner aus Belgien abgeschoben?

Und wie geht es nun weiter? Das weiß der junge Algerier offenbar selbst noch nicht so wirklich. „Ich habe nicht vor, nach Großbritannien weiter zu reisen“, verrät er. Gegenüber belgischen Medien erklärte er, er wolle in Belgien bleiben, ein Haus kaufen und eine Frau finden.

Seinem Anwalt zufolge möchte S. allerdings gar nicht in Europa bleiben. Sein Mandant habe nicht vor, in Belgien Asyl zu beantragen, sagt Verstraete. Angst, abgeschoben zu werden, muss der 29-Jährige vorerst jedoch offenbar dennoch keine haben: Die belgischen Behörden hätten ihnen versprochen, dass S. nicht abgeschoben werde, solange ihm sein Gewinn nicht ausgezahlt wurde, sagt der Anwalt.

Nun wartet der junge Algerier auf seine 250.000 Euro. Und auf seinen Pass. (jda)