Unfassbares Verbrechen schockiert Belgien

14-Jährige nimmt sich nach Gruppenvergewaltigung auf Friedhof das Leben

Auf dem Westerbegraafplaats Friedhof in Gent (Belgien) ist eine 14-Jährige Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden.
Auf dem Westerbegraafplaats Friedhof in Gent (Belgien) ist eine 14-Jährige Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden.
© VTM Belgium

07. Juni 2021 - 9:13 Uhr

Vergewaltigung aus Belgien gefilmt und ins Internet gestellt

Es ist eine Geschichte, ein Verbrechen, das niemanden kalt lässt. Ein erst 14-jähriges Mädchen wird auf einem Friedhof in Gent (Belgien) von 5 jungen Männern vergewaltigt. Die Teenager filmen die Tat und stellen die schrecklichen Bilder anschließend ins Internet. Die von der Vergewaltigung traumatisierte 14-Jährige wird auf die Bilder aufmerksam, ihre Welt bricht noch einmal zusammen. Das Mädchen nimmt sich das Leben.

Bürgermeister: "Eine unmenschliche Tragödie"

Das 14-Jährige Mädchen aus der belgischen Gemeinde Gavere ahnt nichts, als sich sie mit einem Freund auf dem Westerbegraafplaats Friedhof in Gent verabredet. Doch der 15. Mai 2021 wird für den Teenager in einem unvorstellbaren Horror enden. Denn der Freund wartet nicht allein auf das Mädchen: vier andere Jungen und Männer haben ihn begleitet. Zusammen fallen drei Jugendliche (14 und 15 Jahre) sowie ein 18- und ein 19-jähriger Mann über das nichtsahnende Mädchen her. Ein Martyrium beginnt: die fünf vergewaltigen die 14-Jährige, filmen und fotografieren die unfassbare Tat. Anschließend laden sie die Aufnahmen in soziale Netzwerke hoch.

"Das ist Horror, anders kann man es nicht nennen", kommentiert der Bürgermeister der Gemeinde Gavere, Denis Dierick, das Verbrechen im belgischen Fernsehsener VTM. Er kannte das Opfer persönlich: "Sie kümmerte sich um die Kinderbetreuung an der Schule, an der sie die Grundschule besucht hat, und den Kindergarten. Also es hat mich persönlich sehr hart getroffen."

Bürgermeister Denis Dierick ist schockiert über die Tat, so wie es alle Menschen in seiner Gemeinde seien.
Bürgermeister Denis Dierick ist schockiert über die Tat, so wie es alle Menschen in seiner Gemeinde seien.
© VTM Belgien

Vater hofft auf Gerechtigkeit

Das Mädchen vertraut sich nach der Tat nicht ihrer Familie an, meldet das Verbrechen nicht der Polizei. Lediglich einem Freund erzählt die 14-Jährige, was ihr zugestoßen ist. Doch auch dieser Freund schweigt – und so bekommt sie nicht die psychologische Hilfe und Unterstützung, die sie dringend benötigt.

Und zusätzlich zur Vergewaltigung muss die traumatisierte 14-Jährige auch noch feststellen, dass die Bilder der Gruppenvergewaltigung ins Internet hochgeladen wurden und so für die ganze Welt abrufbar sind. Zu viel für die Jugendliche. Sie hält es nicht mehr aus. Vier Tage nach dem Verbrechen nimmt sich das Mädchen das Leben. Der Freund, dem sie sich nach der Tat anvertraut hatte, berichtet nun der Familie, was passiert ist. "Ein 14-jähriges Mädchen kann so etwas nicht durchmachen. Sie sah, wie ihre ganze Welt auseinanderbrach. Ohne diese Leute wäre sie da gewesen. Jetzt kann ich nur noch auf Gerechtigkeit hoffen", erklärt ihr trauernder Vater.

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Fünf mutmaßliche Täter aus Gent von Polizei identifiziert

Nachdem die Polizei die Bilder der Tat analysiert hat, nimmt sie drei Minderjährige im Alter von 14 und 15 Jahren fest. Ein 14-Jähriger und der 15-jährige Junge sollen Brüder und der Polizei bereits bekannt sein. Außerdem identifizieren die Polizisten einen 18- und einen 19-Jährigen als mutmaßliche Täter. Alle fünf sollen aus dem belgischen Gent stammen. Die Tatvorwürfe laut belgischer Polizei: Vergewaltigung, unsittliche Körperverletzung und das Anfertigen und Verbreiten von Fotos, die einen Angriff auf die Integrität einer Person darstellen könnten. "Drei Minderjährige wurden auf Erlass eines Jugendrichter in Gent in eine geschlossene Anstalt gebracht", so ein Polizeisprecher. Die anderen mutmaßlichen Täter (18 und 19 Jahre) sitzen in Untersuchungshaft. Der 19-Jährige soll im belgischen Ostende Kunst studieren. Laut seinem Anwalt Steven De Canck hat er die Tat realisieren können. "Jeder ist betroffen von dem, was passiert ist", so der Jurist.

Der belgische Justizminister Vincent van Quikernborn versprach auf Twitter, die Verantwortlichen zu bestrafen. Er rief Opfer sexueller Gewalt auf, Anzeige zu erstatten und sich Hilfe zu suchen. Der Minister fügte hinzu: "Hasserfüllt, es gibt keine Worte, um es zu beschreiben. Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden."

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de. (vtm belgium/sudinfo/lha)

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