War es Rache für zwei Tote nach Polizeieinsätzen?

Bekennerschreiben nach Brandanschlag auf Bremer Polizei aufgetaucht

Auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Foto: Jörn Hüneke/Hüneke Filmproduktion/dpa/Archivbild
Auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Foto: Jörn Hüneke/Hüneke Filmproduktion/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

09. Juni 2021 - 7:17 Uhr

Polizei bezeichnet Schreiben als "authentisch"

Nach dem Brandanschlag auf die Kaserne der Bremer Bereitschaftspolizei prüft die Kriminalpolizei ein Bekennerschreiben. Der Inhalt werde als authentisch bewertet, teilte die Polizei am Dienstag mit. In dem Schreiben sollen laut der Zeitung Weser-Kurier zwei Todesfälle nach Polizeieinsätzen als mögliche Motive angegeben werden: Der Fall des 19-jährigen Qosay K. aus Delmenhorst, der im März in Polizeigewahrsam starb und der Fall von Mohamed Idrissi aus dem Bremer Stadtteil Gröpelingen, der durch Schüsse eines Polizisten im vergangenen Jahr ums Leben kam.

Polizisten als "Mörder" und "Schweine" bezeichnet

Dem Weser-Kurier liegt das Bekennerschreiben nach eigenen Angaben vor. Darin soll es auch heißen, die Täter begriffen den Anschlag als "würdevollen Angriff gegen den übermächtigen Feind".

Das Schreiben wurde laut Polizei über einen verschlüsselten Account veröffentlicht. Die Verfasser bezeichneten Polizisten unter anderem als "Mörder" und "Schweine", die ein ausbeuterisches System schützten. Sie beklagten auch vermeintliche staatliche Repressionen und vertraten antikapitalistische Parolen.

Immer wieder Brandschläge auf die Bremer Polizei

Bei dem Brandanschlag in der Nacht auf Sonntag waren drei Minibusse und ein großer Bus der Polizei in Flammen aufgegangen. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 200.000 Euro, verletzt wurde niemand. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sprach von einem "Anschlag auf unser aller Sicherheit". In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Brandanschläge auf Autos in Bremen gegeben, hinter denen die Polizei politische Motive vermutet. (dpa/mba)

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