Befreiung aus gesundheitlichen Gründen möglich

Maskenpflicht oder nicht: Für wen gelten Ausnahmen?

In jedem Bundesland gibt es Ausnahmeregelungen für die Maskenpflicht - für wen die genau gelten, bleibt jedoch oft unklar.
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14. Mai 2020 - 20:43 Uhr

Regelungen je nach Bundesland verschieden

Bundesweit gilt mittlerweile die Maskenpflicht, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch wo abgesehen von öffentlichen Verkehrsmitteln überall Mund und Nase bedeckt werden müssen, ist nicht in jedem Bundesland gleich geregelt. Ebenso gibt es je nach Region verschiedene Ansagen, was das Masken-Mindestalter bei Kindern betrifft. Und auch die Frage, wer sich von der Maskenpflicht befreien lassen kann und was dafür nötig ist, beantwortet jedes Bundesland anders. In der Regel gilt aber: Für wen das Tragen einer Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist, der kann sich von der Pflicht befreien lassen.

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Atemprobleme sind wichtiges Kriterium

Im Wesentlichen entscheiden drei Kriterien darüber, ob sich eine Person von der Maskenpflicht befreien lassen kann oder sogar automatisch befreit ist:

  • Altersgrenze bei Kindern
  • gesundheitliche Beeinträchtigungen
  • eine vorliegende Behinderung

Welche Altersgrenze in welchem Bundesland gilt, können Sie hier nachlesen. Welche Erkrankungen im Einzelnen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen zählen, wird in den Verordnungen der Bundesländer meist nicht klar beschrieben. Einige betonen lediglich den nicht zumutbaren Einfluss auf die Atmung, etwa in

  • Niedersachsen: "Personen, für die aufgrund von Vorerkrankungen, zum Beispiel schwere Herz- oder Lungenerkrankungen, wegen des höheren Atemwiderstands das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist, sind von der Verpflichtung nach Absatz 1 ausgenommen." (Quelle: www.niedersachsen.de)
  • Baden-Württemberg: "Diese Pflicht gilt nicht, wenn dies aus medizinischen oder sonstigen zwingenden Gründen nicht zumutbar ist, etwa bei Asthma (…)." (Quelle: Baden-Württemberg.de)
  • Bayern: "Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung muss ausnahmsweise dann nicht erfolgen, wenn dies aus ärztlicher Sicht (bspw. aufgrund dadurch entstehender Atemnot) im Einzelfall unzumutbar ist." (Quelle: www.stmg.bayern.de)
  • In Sachsen-Anhalt dürfen laut der Staatskanzlei außerdem auch Schwangere bei Beschwerden auf die Maske verzichten.
  • Auch psychische Beeinträchtigungen werden in manchen Bundesländern explizit als Grund aufgeführt, und zwar in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Welche Behinderungen sind gemeint?

Nur wenige Länder beschreiben im Detail, welche Behinderungen zu einer Befreiung von der Maskenpflicht führen können.

  • In Baden-Württemberg etwa sind Personen, die "keine Maske auf- oder absetzen können", ausgenommen, ebenso wie "schwerhörige oder gehörlose Menschen". Auch deren Begleitpersonen müssen keine Maske tragen. Diese Regelung wurde auch in Sachsen-Anhalt veröffentlicht.
  • In Niedersachsen werden als Beispiel "Menschen, die auf Gebärdensprache angewiesen sind, blinde Menschen oder Menschen mit Sprachbehinderungen oder schwerer geistiger Beeinträchtigung etc." aufgeführt.

Behindertenausweis, Attest, Bescheinigung: Wie wird kontrolliert?

Nicht in allen Bundesländern wird explizit ein Nachweis gefordert, warum eine Maske nicht getragen werden kann.

  • In Thüringen heißt es beispielsweise lediglich: "Dies ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen".
  • Im Saarland ist kein Attest nötig, "allerdings sollte die Ausnahme sinnvoll begründet werden".
  • In den meisten Fällen wird aber zumindest empfohlen, einen Behindertenausweis oder eine ärztliche Bescheinigung vorzuweisen - etwa in Bayern, Niedersachsen und Sachsen. Dadurch lassen sich gerade beim Einkaufen oder in Bahn und Bus im Zweifel Missverständnisse beseitigen.
  • In Baden-Württemberg ist eine "ärztliche Bestätigung" erforderlich, sofern die Beeinträchtigung "nicht offensichtlich ist".
  • In Hessen, Mecklenburg-VorpommernRheinland-Pfalz sowie Schleswig-Holstein ist eine schriftliche Bestätigung durch einen Arzt ausdrücklich notwendig.

Vor Ort erkundigen

Da nicht nur auf Ebene der Bundesländer unterschiedliche Corona-Regeln gelten, sondern oft sogar in einzelnen Städten und Gemeinden, empfiehlt es sich immer, sich vor Ort zu informieren - etwa über eigens eingerichtete offizielle Corona-Infoportale im Netz. Unabhängig davon, ob eine Bescheinigung über die Unzumutbarkeit einer Maske erforderlich ist, sollten Sie sich bei auftretenden Atemproblemen oder anderen Beschwerden zudem an einen Arzt wenden, um die Ursache dafür abklären zu lassen.

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