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Baerbock räumt Fehler bei Buch ein: Quellenverzeichnis wäre besser gewesen

Quellenverzeichnis "rückblickend besser gewesen"

Nach Plagiatsvorwürfen räumt Baerbock Fehler ein

ARCHIV - 23.06.2021, Brandenburg, Potsdam: Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, spricht während eines Bürgergesprächs zu ihrem Wahlkampfauftakt. Eine Mehrheit der Wahlbürger hält es laut einer Civey-Umf
Kanzlerkandidatin der Grünen: Annalena Baerbock
soe kde sei, dpa, Soeren Stache

Plagiatsvorwürfe belasten ihre Kandidatur

Jetzt also doch: Annalena Baerbock hat mit Blick auf ihr Buch Fehler eingestanden. Die Kanzlerkandidatin der Grünen räumte ein, dass es wohl besser gewesen wäre, mit einem Quellenverzeichnis zu arbeiten…

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Annalena Baerbock: „Aber ich nehme die Kritik ernst“

„Rückblickend wäre es sicherlich besser gewesen, wenn ich doch mit einem Quellenverzeichnis gearbeitet hätte“, sagt sie der „Süddeutschen Zeitung“. Ihr werden ungekennzeichnete Übernahmen aus anderen Veröffentlichungen vorgeworfen. Sie habe bewusst auf öffentlich zugängliche Quellen zurückgegriffen, gerade wenn es um Fakten gehe, erklärte sie. „Aber ich nehme die Kritik ernst.“

Die Plagiatsvorwürfe hatte sie zunächst scharf zurückgewiesen. "Ganz viele Ideen von anderen sind mit eingeflossen, aber ich habe kein Sachbuch geschrieben, sondern das was ich mit diesem Land machen will und die Welt beschrieben, wie sie ist anhand von Fakten und Realitäten", hatte sie vor gut einer Woche im Brigitte Talk gesagt.

Baerbock wolle Wahlkampf hart und klar in der Sache, aber fair im Ton

Baerbock will trotz der Auseinandersetzung nach eigenen Worten nicht in alte Freund-Feind-Reflexe zurückfallen - auch wenn ihr das mitunter schwer fällt. „Mehr als drei Jahre lang haben wir in der Partei, haben (der Co-Vorsitzende) Robert Habeck und ich, intensiv daran gearbeitet, über eine andere Ansprache und Haltung Gräben zu überwinden“, sagt sie.

Diese Art der Kommunikation werde in einem harten Wahlkampf auf die Probe gestellt, gerade wegen persönlicher Anfeindungen. „Auch ich bin da kurz in alte Schützengräben gerutscht“, gibt sie zu. „Dabei geht es mir um das Gegenteil: die großen Zukunftsfragen offen und breit zu diskutieren, hart und klar in der Sache, aber fair im Ton und offen für Argumente.“ So wolle sie Wahlkampf machen.

Ähnlich äußerte sich auch am Abend ihr Konkurrent Armin Laschet: Er wünsche sich, dass die öffentliche Debatte sich zukünftig wieder auf sachlicher Ebene bewege, und sich nicht mehr um Fehler menschlicher Art drehe. (im Video: Armin Laschet beim Brigitte Talk: Wer ist der Mensch Armin Laschet?)

Die Grünen halten trotz der zahlreichen Vorwürfe an Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin fest. (dpa/eku)