Bürgermeister: "Das muss hart bestraft werden"

Wanderer feiern und brechen Quarantäne-Regeln - jetzt ist Mühlheim (Donau) ein Corona-Hotspot

Coronavirus - Mühlheim an der Donau
Coronavirus - Mühlheim an der Donau
© dpa, Felix Kästle, lix

05. Februar 2021 - 12:56 Uhr

14 Wanderer aus zehn Haushalten lösen Corona-Ausbruch aus

Ein Wanderausflug einer 14-köpfigen Gruppe hat in Baden-Württemberg einen sprunghaften Anstieg von Corona-Infektionen ausgelöst. Die Gruppe war verbotenerweise zusammen im Donautal unterwegs - inklusive geselligem Beisammensein in einer Hütte. Politiker sind entsetzt. Der Bürgermeister der Stadt Mühlheim an der Donau, Jörg Kaltenbach (CDU), sagte laut "Bild"-Zeitung: "Die Wanderer stammen aus zehn Haushalten. Niemand aus der Gruppe hat sich an die Corona-Regeln gehalten, wie wir jetzt erfahren haben. Dabei haben sich Beteiligte gegenseitig angesteckt und später andere infiziert. Das muss hart bestraft werden!"

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Gruppenmitglieder gingen trotz Quarantäne zur Arbeit und steckten weitere Menschen an

Die Gruppe war am 16. Januar durch das seinerzeit verschneite Donautal gewandert. Stefan Bär, Landrat des Landkreises Tuttlingen, sagte in einer am Freitag veröffentlichten Video-Botschaft auf Facebook: "Aus dieser Wanderung sind - Stand heute - bereits 25 positive Fälle hervorgegangen". Es sei einer der massivsten Verstöße gegen die Corona-Verordnung bisher. Das Verhalten sei rücksichtslos gewesen "und grenzt an Selbstherrlichkeit".

"Wir wissen auch, dass Personen aus dieser Gruppe, die positiv getestet waren und in Quarantäne, in ihre Betriebe gegangen sind und dort weitere Personen angesteckt haben", so der Landrat. "Es geht nicht mehr nur um Bußgeld, sondern um Straftatbestände, die zu prüfen sind", sagte Bär. Die Polizei ermittelt in dem Fall.

Ermittler gehen bisher nicht von Straftat aus

Bisher geht die Staatsanwaltschaft aber nicht davon aus, dass die Wanderer Straftaten begangen hätten, sagte Frank Grundke, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil, der Deutschen Presse-Agentur. Vermutlich handele es sich um Ordnungswidrigkeiten. Die Staatsanwaltschaft sei in dem Fall bislang gar nicht eingeschaltet - entgegen anders lautenden Berichten.

"Stand jetzt gibt es keine Hinweise auf eine Straftat", sagte auch ein Sprecher der Polizei Konstanz. Man gehe bislang lediglich von Verstößen gegen die Corona-Verordnung und das Infektionsschutzgesetz aus. Jetzt gelte es zu klären, ob die Person oder die Personen, die bei der Wanderung bereits mit dem Coronavirus infiziert gewesen seien, von ihrer Infektion gewusst hätten. Das wäre Voraussetzung für ein Körperverletzungsdelikt.

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Bürgermeister will harte Konsequenzen für die Corona-Regel-Brecher

In einer am Montag im Internet veröffentlichten Erklärung des Mühlheimer Gemeinde- und Ortschaftsrats zu dem Corona-Regelverstoß heißt es, es seien offenkundig auch bewusst falsche und unvollständige Angaben bei der Kontaktnachverfolgung gemacht worden. Die Wanderung sei ein "massiver und vollkommen inakzeptabler Verstoß gegen die Coronaverordnung". Der Vorfall habe dem Ansehen der Stadt und des Landkreises stark geschadet.

Bürgermeister Kaltenbach sagte dem SWR mit Blick auf die Konsequenzen für die Corona-Regelbrecher: Es gebe eine klare Erwartungshaltung, "dass man sich hier im allerobersten Rahmen bewegt, dass es weh tun muss und eine abschreckende Wirkung hat".

In Mühlheim lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Ende vergangener Woche bei fast 1.000, seither sank der Wert auf rund 500. Im Landkreis Tuttlingen - dort befindet sich Mühlheim an der Donau - lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Mittwoch bei 100,9.

Quelle: DPA, RTL.de