Smartphone statt Aufsicht

Bademeister klagen Handy-Eltern an: „Wir sind keine Kita!"

1. August 2019 - 13:39 Uhr

Acht deutsche Kinder an dänischem Strand verschwunden

Immer mehr Eltern sind eher mit ihrem Smartphone beschäftigt als mit ihren Kindern. Was an sich schon traurig genug ist, kann am Strand oder im Freibad lebensgefährlich werden. In Dänemark sind vergangene Woche acht deutsche Kinder am Strand verschwunden - weil ihre Eltern nicht aufgepasst haben. Und auch in deutschen Freibädern scheint die leichtsinnige Haltung vieler Eltern Gang und Gäbe zu sein. Für Rettungsschwimmer ein Skandal! Sie betonen: "Wir sind keine Kita!"

Eltern bemerken Verschwinden oft nicht mal

Kurz die neuesten Nachrichten bei Whatsapp checken, ein witziges Video bei Facebook anschauen und gerade noch schnell selbst eine Insta-Story posten - kein Problem, ist ja nur ganz kurz. Und zur Not sind ja auch noch die Bademeister da. So scheinen viele Eltern zu denken, wenn sie mit ihren Kindern am Strand oder im Freibad sind.

Das Problem: Nur ein Moment am Handy kann schon zu lange sein. "Es dauert nur eine Sekunde, dann ist das Kind weg", erklärt Rettungsschwimmer Jan Hohmann.

Dieser Gefahr sind sich viele Eltern offenbar gar nicht bewusst. Auch im Heljensbad Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen musste das Personal sieben Kinder unter fünf Jahren aus dem Becken holen, die nicht schwimmen konnten. 40 Minuten suchte das Schwimmbad-Team anschließend nach den Eltern eines vierjährigen Kindes. Die Eltern hatten das Verschwinden nicht mal bemerkt.

Reporter konfrontieren Eltern

Um zu testen, wie schlimm die Situation wirklich ist, haben unsere Reporter Eltern in einem Freibad in Halle beobachtet. Ganze viereinhalb Minuten hat eine Mutter ihr Kind hier unbeaufsichtigt im Becken gelassen. Stattdessen war sie mit ihrem Smartphone beschäftigt. Wie sie auf die Konfrontation reagiert und welche Tipps Rettungsschwimmer geben, damit Kindern keine Gefahr droht, zeigt unser Video oben.