Bade-Horror nimmt kein Ende

9-Jährige geht in Elbe unter, Erwachsener will sie retten und wird von Strömung mitgerissen

Suche nach Mädchen in Elbe bei Kollmar: Die Feuerwehr sperrte einen Bereich des Ufers ab.
Suche nach Mädchen in Elbe bei Kollmar: Die Feuerwehr sperrte einen Bereich des Ufers ab.
© dpa, Jonas Walzberg, jwp alf

21. Juni 2021 - 8:41 Uhr

Auch in Hamburg wird ein 15-Jähriger vermisst

Die Badeunfälle an Seen und Flüssen in Deutschland reißen nicht ab. An der Elbe kam es gleich mehrfach zu Notfällen. Am Freitagabend sprang ein 15-Jähriger in Hamburg in den Fluss und ging unter, er wird seitdem vermisst. Ein Freund (22), der ihm zu Hilfe kommen wollte, musste selbst entkräftet gerettet werden. Am Samstag ging der Bade-Horror weiter. In Kollmar (Kreis Steinburg) badete eine Neunjährige in der Elbe und wurde von der Strömung mitgerissen. Drei Erwachsene folgten dem Mädchen, um es zu retten – vergeblich. Einer der Männer ging unter und wird seitdem ebenfalls vermisst. Bei dem Rettungseinsatz am Hafen in Kollmar sind nach Angaben der dpa zwei Hubschrauber und Taucher beteiligt, eine Drohne war in der Luft. Die Suche läuft auch mehrere Kilometer elbab- und aufwärts.

Mann aus Fühlinger See gerettet

Auch in anderen Teilen Deutschlands kam es zu Badeunfällen:

  • Im Einfelder See in Neumünster fehlt seit Freitag jede Spur von einer 13-Jährigen. Am Samstag suchten etwa 25 Einsatzkräfte knapp fünf Stunden lang nach der Jugendlichen, wie ein Polizeisprecher sagte; mit zwei Booten, Tauchern und zwei Spezialhunden. Beide Hunde schlugen an einer bestimmten Stelle an. Daraufhin gingen dort Taucher ins Wasser. Die Suche gestaltete sich wegen der geringen Sicht aber schwierig, wie es hieß. Das Mädchen konnte bis zum Nachmittag nicht gefunden werden, die Suche wurde unterbrochen. Die 13-Jährige war am Freitagnachmittag zum Baden an dem See. Eine Freundin hatte sie noch beim Spielen im Wasser beobachtet. Kurze Zeit später fehlte von dem Mädchen aber jede Spur.

  • Am Fühlinger See (Köln) zogen Einsatzkräfte der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Samstagnachmittag einen Mann aus dem Wasser, der beim Baden als vermisst gemeldet worden war. DLRG-Einsatzkräfte und Rettungsdienst hätten die Reanimation des erwachsenen Mannes vor Ort eingeleitet, teilte die Feuerwehr mit. "Unter Reanimationsbedingungen" sei er dann mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht worden, sagte ein Sprecher. Die Angehörigen wurden von einem Seelsorger betreut. Über den Gesundheitszustand des Mannes wurde zunächst nichts bekannt.

Tote im Ortenaukreis und Heilbronn

ARCHIV - 26.07.2012, Niedersachsen, Hösseringen: Rettungswagen stehen nach einem Badeunfall an einem See. (Illustration zu dpa «Badeunfälle in Bayern: drei Tote und eine mutige Rettung») Foto: Philipp Schulze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
In Deutschland häufen sich die Badeunfälle
© dpa, Philipp Schulze, bsc reu htf

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  • Im Ortenaukreis kam ein 26-Jähriger bei einem Badeunfall ums Leben. Er war mit Freunden in einem See bei Willstätt schwimmen und ging dabei unter, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Im Anschluss suchten zahlreiche Einsatzkräfte von DLRG, Feuerwehr und Rettungsdienst nach dem jungen Mann. Ein Taucher fand ihn schließlich am Freitagabend in etwa zwölf Metern Tiefe. Der 26-Jährige starb wenig später in einer Klinik. Eine Reanimation blieb erfolglos. Warum der Mann unterging, war zunächst unklar.

  • In Heilbronn starb ein junger Mann auf dem Gelände der früheren Bundesgartenschau (Buga). Der 22-Jährige sei nach Zeugenaussagen am Freitagabend im Uferbereich des Karlssees durch das Wasser gewatet und anschließend an einer rund drei Meter abfallenden Kante im See untergegangen, teilte die Polizei mit. Ein 15 Jahre alter Zeuge versuchte zu Hilfe zu eilen, konnte den Ertrinkenden im trüben Wasser aber nicht finden. Schließlich konnte der 22-Jährige von Tauchern der Feuerwehr geborgen werden. Er wurde noch vor Ort reanimiert, starb allerdings später im Krankenhaus.

  • Auch in den Schwimmbädern geraten die Badenden in Not. In Halver (Märkischer Kreis) drohte ein Elfjähriger zu ertrinken. Zwei Dreizehnjährige retteten ihn aus dem Becken, er konnte wiederbelebt werden.

WIe man richtig handelt, wenn man Zeuge eines Badeunfalls wird, lesen Sie hier.

(mst)

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