Stiftung Warentest checkt Akku, Reichweite und Co.

Babyphones: Gute Leistung gibt’s schon ab 35 Euro

Kind schläft neben Babyphone
Das Kind schläft - und falls etwas sein sollte, hören die Eltern jedes merkwürdige Geräusch über das Babyphone
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Guten Gewissens für einen Moment im Wohnzimmer oder auf ein Weinchen bei den Nachbarn entspannen, während das Kind endlich schläft: Mit einem tauglichen Babyphone sollte das kein Problem sein. Stiftung Warentest hat sich jetzt 14 Geräte vorgeknöpft, darunter sechs mit Video-Funktion und vier mit App. Das Test-Team wollte wissen: Wie zuverlässig funktioniert die Übertragung, wann macht der Akku schlapp und wie gut lassen sich die Modelle handhaben? Das Ergebnis zeigt: Ein hoher Preis ist nicht zwangsläufig die Garantie für ein Top-Babyphone.

Nur Ton, mit Video oder App: Was soll das Babyphone können?

Mittlerweile gibt es diverse technische Möglichkeiten, den Nachwuchs im Schlaf zu bewachen, ohne selbst im Raum zu sein. Die klassische Variante: Ein Babyphone, das ausschließlich Ton überträgt. Außerdem die Video-Modelle, mit denen man auch im Dunkeln dank Infrarot-Technik das Kind im Blick behalten kann, sowie Geräte, die sich per App mit dem Smartphone koppeln lassen und das Signal via Internet – dadurch aber leicht verzögert – übertragen.

Am wichtigsten waren Stiftung Warentest Funktion und Klangeindruck: Es wurde gemessen, ab welcher Lautstärke das Babyphone reagiert, wie der Klang am Empfänger und - falls eine Gegensprech-Option vorhanden ist - an der Baby-Einheit ankommt. Bei den Video-Geräten wurde die Bildqualität geprüft. Außerdem wurde beobachtet, wie sich die Reichweite über mehrere Zimmer und Stockwerke verhält. Zu guter Letzt legte das Test-Team wert auf eine einfache Handhabung und auf einen starken Akku.

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Wenig überraschend: Wo kein Video, da längere Akkulaufzeiten. Hier führt das günstigste Gerät im Test die Tabelle an: Das Reer Nova für 35 Euro schafft 90 Stunden mit einer einzigen Ladung. Auch die Übertragung, Funktion und Klang sind gut. Insgesamt reicht es damit für die Note 2,2 und den zweiten Platz. Besser war nur der Marken-Klassiker Philips Avent SCD713 (Note 1,9), der allerdings mit 99 Euro auch deutlich mehr kostet. Das beste Reichweitenergebnis hat das Babymoov Premium Care (100 Euro, Note 2,4).

Auch bei den Video-Geräten steht das Philips Avent SCD833 an der Spitze. Hier haperte es allerdings unter anderem an der Reichweite: Schon im gleichen Stockwerk gab’s Tonaussetzer und ruckelnde Bilder, weshalb es nur für die Note 2,9 („befriedigend“) reicht.

Bei den Babyphones mit App-Funktion wurde das Philips Avent SCD923 mit der Note 2,9 noch am besten bewertet – es kostet aber auch stolze 240 Euro. Beim Hubble Nursery Pal Premium für 204 Euro, Gesamtnote 3,7, kritisierte Stiftung Warentest die nervige Vollbildwerbung. Zudem drohen verstecke Kosten: Zusatzfunktionen wie das Speichern von Videos ist in den ersten 18 Monaten kostenlos, danach werden allerdings 2,99 Dollar pro Monat dafür fällig, im Premium-Account sogar 4,99 Dollar. Das Fazit des Magazins zu den App-Modellen: „Smart und teuer, aber bestenfalls passabel“.(rka)

Alle 14 Testergebnisse finden Sie auf test.de.