Arsen und Chlorat in Babynahrung

Babybrei im Test: Nur drei Milch-Getreide-Breie schneiden gut ab

Milch-Getreide-Brei sollte erst ab dem 6. Monat verabreicht werden.
Milch-Getreide-Brei sollte erst ab dem 6. Monat verabreicht werden.
© Graham Oliver, iStockphoto

28. August 2019 - 12:47 Uhr

Pulver zum Anrühren und Breie aus dem Glas im Test

Wenn das Baby Hunger hat, ist Milch-Getreide-Brei für viele Eltern die erste Wahl. Gut, wenn ein Gläschen mit Fertigbrei zur Hand ist, um den Hunger zu stillen. Die Stiftung Warentest hat 19 Babybreie geprüft. Das magere Ergebnis: Nur drei Babybreie schnitten gut ab.

Gute Milch-Getreide-Breie

Analysiert wurden Pulver zum Anrühren und Breie aus dem Glas. Die Tester orientierten sich am Bedarf eines sechs Monate alten Säuglings: Der Brei soll Eiweiß und Kalzium liefern. Außerdem gesunde Fette, Vitamine, Eiweiß und Kalzium.

Eine gelungene Mischung ohne intensive Fruchtzusätze und wenig Zucker konnten nur drei Hersteller anbieten, zwei sind Pulver zum Anrühren:

  • Hipp Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks, Note 'gut' (1,9)
  • dm Babylove Bio Milchbrei Grieß, Note 'gut' (2,1)

Guter Milch-Getreide-Brei im Glas:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Alnatura Abendbrei Grießbrei pur, Note 'gut' (2,4)

Deutliche Abwertung wegen zu hohem Zuckergehalt

Zucker, Fruchtpulver sowie die kritischen Substanzen Arsen, Chlorat, Isododecan und 3-MCPD-Ester führten zu Abwertungen.

Die Schlusslichter in dem Test sind mit Schadstoffen knapp unterhalb der Grenzwerte belastet, ungünstig zusammengesetzt oder enthalten Zutaten, die die Vorliebe für Süßes fördern.

In den Reisbrei-Pulvern von Alete und Töpfer ("Bio Organic Reis-Milchbrei") haben die Tester Arsen gefunden, der Stoff gilt als krebserregend. Zwar liegen die Gehalte unter dem strengen Grenzwert, Babys sollten Reisbrei aber nicht täglich essen. In dem Babybrei von Milupa ("Gute Nacht Vollkorn Früchte Milchbrei") und Rossmann fanden die Tester vergleichweise viel Chlorat, der Gehalt lag aber unter dem Grenzwert für Brei.

  • Alete "Abend-Milchbrei Grießbrei", Note 'ausreichend' (3,6)
  • Rossmann Babydream "Guten Abend Milchbrei Hafer-Apfel", Note 'ausreichend' (4,5)  

Das Brei-Gläschen von Bebivita fiel vor allem durch den hohen Zuckergehalt aus dem Rahmen: Rund 27 Prozent der Gesamtenergie stammt aus Zucker. Die strenge Diätverordnung erlaubt für Babykost zwar, dass bis zu 30 Prozent der Energie aus zugesetztem Zucker kommen darf, trotzdem gab es dafür eine deutliche Abwertung.

  • Rossmann Babydream "Guten Abend Grießbrei Vanille", Note 'ausreichend' (3,7)
  • Bebivita "Abendbrei Keks", Note 'ausreichend' (4,0)

Milch-Getreide-Brei erst ab dem sechsten Monat als Beikost verwenden

Ein Milch-Getreide-Brei ersetzt im Normalfall ab dem sechsten Monat eine Stillmahlzeit, meist am Abend. Der Milch-Getreide-Brei besteht aus Kuh- oder Fertigmilch, Getreideflocken oder Vollkorngrieß und Obst. Experten raten, glutenhaltige Getreide erst zwischen dem fünften und siebten Monat zu geben, um Allergien vorzubeugen. 

Zucker sehen Experten in Babynahrung als großes Problem. Deshalb schnitten in einem früheren Test von Ökotest alle geprüften Babykekse mit 'ausreichend' oder 'mangelhaft' ab, da jedem Produkt Zucker zugesetzt war.

Fertigbrei kann zwar praktisch sein, er ist aber ganz schnell selber gemacht: 200 Milliliter frische oder H-Milch erhitzen und 20 Gramm Getreide- oder Haferflocken einrühren und mehrere Minuten köcheln lassen, Anschließend 20 Gramm saisonales Obst zerdrücken und unterrühren.