Tipps für das Stillen unterwegs

Stillen auf Reisen: Das gibt es zu beachten

Kann ich mein Baby im italienischen Café problemlos stillen? Ernte ich missgünstige Blicke, wenn ich das Baby am Strand an die Brust lege? Beim Stillen auf Reisen gibt es einiges zu beachten.
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30. Juli 2020 - 14:38 Uhr

Stillen auf Reisen: Kann ich überall stillen?

Das Stillen hat auf Reisen viele Vorteile. Es ist die optimale Nahrung für Ihren Sprössling, die Sie nicht separat mitnehmen müssen. Die Milch-to-go ist immer dabei. Doch in der Praxis ist dies häufig nicht so einfach wie es klingt. Die veränderte Umgebung und die Kultur des Urlaubslandes können das Stillen gelegentlich kompliziert gestalten. Was es beim Stillen im Urlaub zu beachten gibt wurde auf RTL.de für Sie zusammengetragen.

Stillen auf Reisen: Inwiefern beeinflusst es das Baby?

Viele Mütter berichten, dass sie das Stillen auf Reisen als sehr unproblematisch empfinden. Allerdings kann es passieren, dass der Nachwuchs aus seinem Rhythmus herauskommt und dadurch häufiger oder weniger trinken will. Die ungewohnte Umgebung, der Reisestress der Mutter und etwaige Zeitumstellungen sorgen dafür, dass das Stillen im Urlaub nicht immer im Hotelzimmer, in einem Stillzimmer oder an einem anderen ruhigen Ort geschehen kann.

Bei Reisen in warme Gefilde ist zudem die Hitze zu beachten: Die Mutter sollte ausreichend Wasser trinken und dem Baby oft die Brust geben. Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für das Baby zu garantieren, kann zusätzlich zu den Milchmahlzeiten Wasser gegeben werden.

Stillen in der Öffentlichkeit: Kein Problem oder ein Tabu?

Das Stillen in der Öffentlichkeit ist stets ein Streitthema. Verreisen Sie innerhalb Deutschlands, können Sie nur auf die Akzeptanz der Mitmenschen hoffen, die aber zumeist recht groß ist. Im Gesetz ist das Recht auf ein Stillen des Babys in der Öffentlichkeit hingegen nicht verankert.

In den USA ist das Gegenteil der Fall: Die öffentliche Meinung spricht sich gegen ein Stillen in der Öffentlichkeit aus, per Gesetz, dem Right to Breastfeed Act, ist es seit 1999 jedoch rechtlich erlaubt. Auch in anderen Ländern herrschen unterschiedliche Ansichten:

  • Stillen generell akzeptiert: Südafrika, Südostasien, Israel, Australien, Südamerika, Skandinavien, Neuseeland, Frankreich
  • öffentlich stillende Mutter ungern gesehen: Großbritannien, Großstädte Chinas, Japan, muslimische Länder, Spanien, Osteuropa

Wie sollte ich mich verhalten, wenn ein öffentliches Stillen ungern gesehen oder gar verboten ist?

Das Stillen im Ausland muss nicht schwierig sein. Aus Gründen des Respekts sollte sich allerdings den dortigen Gepflogenheiten angepasst werden. In Japan beispielsweise gehen Mütter zum Stillen in spezielle Räume oder geben ihrem Kind sehr versteckt die Brust. Eine andere Alternative ist die Mitnahme von Tüchern oder Schals.

Auch ein Tragetuch oder ein Still-Top kann dabei zum Einsatz kommen, um die Brust geschickt zu bedecken. Generell erweisen sich auf Reisen Fläschchen mit abgepumpter Muttermilch als sehr hilfreich. So kann das Kind von der Umgebung unabhängig stets seine wertvolle Muttermilch erhalten.

Stillen auf Reisen: Hilfreiche Tipps

Um das Stillen auf Reisen so reibungslos wie möglich zu gestalten, ist es ratsam, auf große Essensportionen von intensiv schmeckenden, exotischen Gerichten zu verzichten. Sie nehmen Einfluss auf den Geschmack der Muttermilch und steigern das Risiko, dass das Kind in den Trinkstreik tritt.

Zudem kann es empfehlenswert sein, Stilleinlagen mitzunehmen, da diese weniger Platz als ein Ersatz-Shirt einnehmen und zuverlässig vor unangenehmen Milchflecken schützen. Um wunde Brustwarzen durch häufiges Stillen zu behandeln, kommt am besten eine Pflegecreme mit ins Gepäck.