Bye-bye, Pickel!?

Azelainsäure, Fruchtsäure, Retinol und Co. für bessere Haut - was bringt's wirklich?

03. November 2021 - 10:13 Uhr

Test im Video: Kann Azelainsäure Desiree von ihren Pickeln befreien?

Pickel, Rötungen, Falten und Narben – gegen all das sollen sie helfen: Säuren. Azelainsäure, Fruchtsäure, Retinolsäure, Hyaluronsäure und Salicylsäure sind in sämtlichen Hautcremes aus Drogerie oder Apotheke enthalten – und sollen wahre Wunder bewirken. Aber kann etwas aggressives wie Säure wirklich gut für unsere Gesichtshaut sein? Worauf sollte man achten, und welche Säure ist die richtige für welches Hautproblem?

Freiverkäufliche Creme oder lieber die vom Hautarzt - für wen ist welches Produkt geeignet?

Um das zu beurteilen, sollte man erst mal seinen Hauttyp kennen, erklärt Dr. Marion Krakor, Hautärztin aus Leipzig, im RTL-Interview. Wenn man weiß, ob man eher zu trockener und empfindlicher oder fettiger Haut neigt, könne man sich schon ein bisschen an den freiverkäuflichen Präparaten orientieren. "Das sind aber im Allgemeinen eher Präparate für Menschen mit Alltagshaut, die keine größeren Probleme haben wie Akne oder Faltenbildung, die behandelt werden sollte."

Welche Säurebehandlung wird von der Kasse übernommen - und welche nicht?

"Es gibt bestimmte Präparate, die wir als Rezept ausstellen können, wie zum Beispiel die Azelainsäure. Die eignet sich aber nur für leichte Fälle", so Krakor. "Was wir auch gerne machen, sind Peelings. Da muss man unterscheiden zwischen oberflächlichen, mitteltiefen und tiefen Peelings. Die oberflächlichen Peelings sind die Fruchtsäurepeelings, die auch zum Teil von Kosmetikerinnen angeboten werden. Die werden im Allgemeinen nicht von der Krankenkasse übernommen. Bei den mitteltiefen Peelings kann man schon mal mit den Krankenkassen sprechen. Die privaten Krankenkassen bezahlen das auf jeden Fall."

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Mit welchen Nebenwirkungen müssen Patienten rechnen? Und worauf sollte man achten?

"Ich sage meinen Patienten immer ein bisschen salopp: Wenn nichts passiert, passiert auch nichts", sagt die Dermatologin. "Also, wenn wir wirklich ein Ergebnis an der Haut sehen wollen, müssen wir natürlich ein bisschen was abtragen von der Haut. Das äußert sich dann meist wie ein sehr starker Sonnenbrand bei den mitteltiefen Peelings." Hinzukommen könne außerdem eine Braunverfärbung der Haut, die durch die Säure geschädigt worden ist, erklärt Krakor weiter.

"Die Patienten sehen erst mal ein paar Tage schlimmer aus als vorher. Das muss man ankündigen, damit die Patienten keinen Schreck kriegen. Aber wenn die alte Haut abgeschält ist, dann ist die Haut darunter sehr zart und schön."

Trotz aller Freude über die neue schöne Haut gilt es, vorsichtig zu sein: Laut Krakor sollte man die Sonne erst mal meiden. "Wenn man sich überlegt, dass man die Hautoberfläche verdünnisiert, weil man was abträgt, dann reagiert man auch empfindlicher auf Pigmentbildung. Also vier Wochen hinterher unbedingt die Sonne meiden!" (akr)