Jeder Zweite benutzt sie falsch

Welche sind wirklich sicher? Autokindersitze im Test

ADAC Kindersitz-Test
© dpa, Frank May

24. Juni 2020 - 16:17 Uhr

Fehlerhafte Nutzung in jedem zweiten Fahrzeug

Egal, ob es nur eine kurze Fahrt zum nächsten Supermarkt ist oder eine lange Strecke in den Urlaub: Eltern wollen, dass ihre Kinder stets sicher im Auto sitzen. Autokindersitze in verschiedensten Formen und Farben versprechen diese Sicherheit. Doch was taugen sie wirklich? Stiftung Warentest hat 535 Autokindersitze getestet und vor Schulen, Supermärkten und Kindergärten genauer hingeschaut. Das erschreckende Ergebnis: Beinahe in jedem zweiten Fahrzeug stellten die Experten eine Fehlbenutzung fest, die im Falle eines Unfalls tödlich für den Nachwuchs enden könnte.

Die häufigsten Fehler bei der Kindersitz-Nutzung

Seit 1993 sind Autokindersitze in Deutschland Pflicht. Seitdem ist einiges passiert: Die Produkte werden immer besser, die Autos sicherer und für die meisten Deutschen gehört der Kindersitz im Auto längst dazu. Dabei sind die meisten Eltern fest überzeugt: Ihr Kind sitzt sicher.  Auch wenn bei der Bedienung des Sitzes mal ein Fehler passiert, seien laut Stiftung Warentest viele Eltern immer noch dieser Ansicht. Doch schon kleine Versehen können schwerwiegende Folgen haben, schon ein Auto-Aufprall mit Tempo 30 kann für den Nachwuchs bei falscher Benutzung des Autokindersitzes tödlich enden. Zwei Fehler passieren nach wie vor besonders oft:

  1. Das Kind ist zu lose angegurtet: Passt mehr als eine Hand unter den Gurt, besteht im Ernstfall kaum noch Schutz. So können die zusätzlichen Zentimeter Spiel bei einem Unfall dazu führen, dass das Kind mit Wucht beschleunigt und in die Gurte fällt. Daraus können schwere Halswirbelverletzungen resultieren, da die schwache Halsmuskulatur den Kopf nicht halten kann, so die Experten.
  2. Nicht der Gurt ist zu lose, sondern der Sitz: Wenn kräftig am Kindersitz gewackelt wird, sollte das ganze Auto mitwackeln, anderenfalls ist der Kindersitz zu locker befestigt.

Wichtige Experten-Tipps für Auswahl, Montage und Bedienung des Kindersitzes finden Sie hier.

3 Tipps für den Kindersitz-Kauf

Neben der richtigen Bedienung ist aber auch die Anschaffung des richtigen Autokindersitzes besonders wichtig – und die stellt so manche Eltern vor eine wahre Herausforderung: Das Angebot im Handel ist riesig, ebenso wie die Qualitäts- und Preisunterschiede. Wir verraten Ihnen drei Tipps, worauf Sie beim Kauf achten sollten:

  1. Prüfsiegel: Ein orangefarbener Aufkleber garantiert, dass der von Ihnen ausgewählte Sitz nach der neusten Norm getestet und zugelassen ist. Auf diesem sollte das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüfnummer 03 oder 04 gekennzeichnet sein. I-Kindersitze sind darüber hinaus mit dem Siegel ECE 129 gekennzeichnet.
  2. Isofix: Die meisten Sitze können entweder mit Gurten oder mit Isofix-Bügeln im Auto befestigt werden. Laut Stiftung Warentest sind dabei Isofix-Sitze weniger fehleranfällig.
  3. Probesitzen: Ihr Kind sollte beim Kauf Probe sitzen, denn die Passform und auch der Komfort des Sitzes sollten stimmen.

Die Kindersitz-Testsieger

Beim Kindersitz-Check von Stiftung Warentest gehen einige der 535 Modelle als klare Testsieger hervor. Wir stellen ihnen die Sieger der Kategorien Sicherheit für wenig Geld und der Kategorie Top für 500 Euro vor:

Sicherheit für wenig Geld:
Im Preisleistungsvergleich überzeugte im Test der CBX Yari* 🛒 und der Cybex Solution B-Fix* 🛒. Die Sitze liegen preislich bei ca. 140 Euro und sind für Kinder ab 15 Kilogramm geeignet, also ab etwa vier Jahren.

Top für 500 Euro:

  • Unter den i-Size-Sitzen setzte sich der Silver Cross Dream mit dem Testurteil "sehr gut" durch. Dieser ist im Handel für rund 500 Euro im erhältlich.
  • Außerdem konnte das etwas preiswertere i-Size-Modell Joie i-Snug* 🛒 die Experten überzeugen. Der i-Snug ist inklusive der im Auto festmontierten Basis für 220 Euro erhältlich.
  • Darüber hinaus kann Stiftung Warentest den Joie Traver* für Kinder ab etwa vier Jahren empfehlen. Dieser kostet ca. 110 Euro.

Auch der ADAC hat kürzlich Autokindersitze auf ihre Sicherheit getestet – mit welchem Ergebnis, können Sie hier nachlesen.

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