Sie erhielt die Diagnose erst, als sie 16 Jahre alt war

Frau mit zwei Vaginen geboren: "Ich benutzte sogar zwei Tampons"

Tee Bartlett fand erst mit 16 Jahren heraus, dass die meisten Frauen nur eine Vaginalöffnung haben.
Tee Bartlett fand erst mit 16 Jahren heraus, dass die meisten Frauen nur eine Vaginalöffnung haben.
© Tee Bartlett/ Caters News Agency

17. Oktober 2021 - 10:03 Uhr

Tee Bartlett hat eine dünne Trennwand in ihrer Vagina

"In welches Loch wird der Tampon eingeführt, links oder rechts?" – als Tee Bartlett (24) ihrer Mutter diese Frage mit 16 Jahren stellt, merkt sie an deren Reaktion, dass diese Frage nicht gewöhnlich zu sein scheint. Schließlich erhält sie von einem Arzt die Diagnose Vaginalseptum. Das heißt: Sie hat eine dünne Trennwand in ihrer Vagina. Heute teilt sie ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit, um anderen Betroffenen ihr Schamgefühl zu nehmen.

Die Ärzte erklären sie für verrückt

Als sich die Hochseilartistin aus New South Wales in Australien gemeinsam mit ihrer Mutter dazu entscheidet, sich eine ärztliche Meinung einzuholen, wird sie zunächst nicht ernst genommen: "Die beiden Ärzte haben alles ignoriert, was ich gesagt habe und mich für verrückt erklärt. Der zweite Arzt hat es sich sogar angeguckt und gesagt ,Nein, das ist normal'. Ich habe die Praxis fassungslos verlassen, ich habe an mir gezweifelt und hatte das Gefühl, ich würde verrückt werden", erzählt sie "Caters New Agency".

Im Alter von 17 Jahren unterzieht sich Tee einer Operation zur Entfernung der Scheidewand

Schließlich entscheidet sie sich dazu, einen dritten Arzt aufzusuchen – zum Glück. Er nimmt ihre Sorgen endlich ernst, untersucht sie genau und bestätigt die zwei Vaginalöffnungen von Tee. Er warnt jedoch auch, dass dies Komplikationen beim Geschlechtsverkehr und einer Geburt mit sich bringen könne. Deswegen entscheidet sich die heute 24-Jährige im Alter von 17 Jahren zu einer Operation, bei der die Trennwand entfernt wird: "Diese Scheidewand ist bei Babys im Mutterleib normal, aber normalerweise löst sie sich irgendwann auf. Meine war aber etwas dicker und länger als normal, deswegen hat sie sich nicht aufgelöst und musste operativ entfernt werden."

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"Für meinen Freund war das alles kein Problem"

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Tees Freund war die ganze Zeit an ihrer Seite.
© Caters

Die gesamte Zeit über unterstützt sie ihr Freund so gut er kann: "Mein Freund von damals ist auch heute noch mein Freund und für ihn war es kein Problem, als ich es ihm erzählt habe. Er meinte, dass mögliche Konsequenzen beim Geschlechtsverkehr kein Problem für ihn sind."

Seit die Australierin in der Öffentlichkeit über ihre Geschichte spricht, fällt es ihr viel leichter, damit umzugehen: "Es gibt so viele Mädchen, die kommentieren, dass sie etwas ähnliches erlebt haben und nicht wussten, dass es nicht normal ist. Ich dachte wirklich eine Zeit lang, dass ich ein Idiot bin, weil ich nicht gemerkt habe, dass man da unten nicht zwei Öffnungen haben sollte. Aber jetzt mache ich mir keine Gedanken mehr darum. Das war ich, jetzt ist es vorbei und mir geht es wieder gut!" (jos)