Der letzte Sieg liegt mehr als 34 Jahre zurück

Ausgerechnet gegen Spanien: DFB-Elf muss beim WM-"Endspiel" gegen den Angstgegner ran

Deutschland patzt schwer, Spanien feiert Schützenfest WM-Auftakt
02:22 min
WM-Auftakt
Deutschland patzt schwer, Spanien feiert Schützenfest

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Warum muss es denn immer wieder Spanien sein? Das dürfte sich auch Bundestrainer Hansi Flick spätestens jetzt – so kurz vor dem WM-„Endspiel“ für die deutsche Nationalmannschaft – gedacht haben. Denn die „Furia Roja“, die rote Furie, ist DER Angstgegner und im Vergleich zur DFB-Elf mit einem Rekordsieg gegen Costa Rica in das Turnier gestartet (7:0). Die Highlights sehen Sie oben im Video!

Böse Erinnerungen an das Debakel in der Nations League

Gegen eben diesen Angstgegner und langjährigen Rivalen muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nun am Sonntag (20 Uhr/ZDF und Magenta TV) im Al-Bait-Stadion gewinnen, um noch eine realistische Chance auf den Einzug ins WM-Achtefinale in Katar zu haben. Die Statistik gegen den Weltmeister von 2010 und dreifachen Europameister ist jedoch wenig erbaulich. Die Iberer sind die einzige große Fußball-Nation, gegen die die DFB-Auswahl in diesem Jahrtausend kein Pflichtspiel gewinnen konnte. Der letzte Sieg liegt mehr als 34 Jahre zurück. Bei der Heim-Europameisterschaft 1988 gab es ein 2:0.

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Besonders an das letzte Pflichtspiel haben viele Nationalspieler nur schlechte Erinnerungen. In der Nations League 2020 kam es zur schwarzen Nacht von Sevilla. Deutschland verlor nach einer katastrophalen Leistung mit 0:6. Damals stand noch Bundestrainer Jogi Löw an der Seitenlinie, der wenige Monate später seinen Rückzug nach der EM 2021 bekannt gab.

Zieht der Bundestrainer die richtigen Schlüsse?

Muss sich nach der Japan-Pleite etwas einfallen lassen: Bundestrainer Hansi Flick.
Muss sich nach der Japan-Pleite etwas einfallen lassen: Bundestrainer Hansi Flick.
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Der aktuelle Bundestrainer Hansi Flick hat sich in seinem Trainerzimmer an der blauen Lagune auf jeden Fall regelrecht den Kopf zerbrochen - jetzt steht sein WM-Plan gegen das nächste historische Desaster fest: Mit Mut, Charakter und klarem Kopf sollen die Dämonen von 2018 vertrieben und das drohende Aus im schwerstmöglichen „Endspiel“ gegen Spaniens Tormaschine verhindert werden. „Wir haben die Qualität, um zu gewinnen“, redete der Bundestrainer seine Japan-Verlierer stark. Doch auch er weiß: Die „rote Furie“ ist für die DFB-Elf längst zur furchteinflößenden „schwarzen Bestie“ geworden.

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Flick steht im Feuer – und vor seiner größten Bewährungsprobe. Zieht er die richtigen Schlüsse aus dem bitteren 1:2 gegen Japan? Kann Flick die Mannschaft mental wappnen für den aufreibenden Kampf gegen Zauberfüße wie Gavi, Pedri oder Ferran Torres?

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Dem Bundestrainer und den Nationalspielern wäre es zu wünschen. Denn ein WM-Aus nach nur zwei Spielen würde einen Mega-Gau bedeuten, den es in der Geschichte des deutschen Fußballs ohnehin erst einmal gab – bei der WM 1938. Im WM-Achtelfinale, damals die erste Runde, gab es gegen die Schweiz ein 1:1 nach Verlängerung. Weil es noch kein Elfmeterschießen gab, kam es fünf Tage später zum Wiederholungsspiel, das die Schweiz mit 4:2 gewann.

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Spanien hat längst das Jagdfieber gepackt

Dani Olmo erzielte das 1:0 gegen Costa Rica.
Dani Olmo (r., Nummer 21) erzielte das 1:0 gegen Costa Rica.
Julio Cortez, Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Die Spanier hat vor dem Duell jedoch bereits das Jagdfieber gepackt. „Deutschland ist wie ein verletzter Löwe“, sagte der Bundesliga-Profi Dani Olmo von RB Leipzig bei „Radio Marca“ über die Nationalmannschaft seiner Wahlheimat. Doch Gnade wird das deutsche Team kaum erwarten können. Der spanische WM-Rekordsieg zum Turnierauftakt, das versicherte Olmo, „motiviert uns sehr“.

Die neue und stark verjüngte „Furia Roja“, wie sie sich in Katar bislang präsentiert, gleicht, um im Bild zu bleiben, einer Horde hungriger Hyänen. Auf dem Weg in die K.o.-Runde soll die angeschlagene DFB-Elf zur nächsten Beute werden. „Deutschland steckt in einer komplizierten Situation“, so Olmo: „Für sie geht es nur um den Sieg. Und wenn wir gewinnen, sind wir weiter. Deswegen wird es ein Finale.“

Die Laune im Lager des Weltmeisters von 2010 könnte vor dem Duell gegen die deutsche Mannschaft nicht besser sein. Nach dem spontanen Besuch von Altmeister Andres Iniesta am Donnerstag spendierte Nationaltrainer Luis Enrique seiner Rasselbande um „Wunderkind“ Gavi am Freitag einen Tag frei. Dann begann die Vorbereitung auf den Kracher. „Das Traumdebüt müssen wir jetzt abhaken“, forderte Olmo. Der 24-Jährige sprüht vor Tatendrang. „Für mich wird es etwas ganz Spezielles sein, gegen Deutschland zu spielen“, sagte er. (jlu/dpa/sid)