Neues Konzept Galeria 2.0

Marken Kaufhof und Karstadt verschwinden wohl noch in diesem Jahr aus unseren Innenstädten

Die Marken Karstadt und Kaufhof sollen bald verschwinden.
Die Marken Karstadt und Kaufhof sollen bald verschwinden.
© dpa, Hendrik Schmidt, hsc;cse dul

26. Juli 2021 - 12:06 Uhr

Verschwinden die Traditionsmarken Kaufhof und Karstadt bald ganz?

Über Jahrzehnte waren die Warenhäuser von Kaufhof und Karstadt die größten und oft auch umsatzstärksten in den deutschen Innenstädten. Doch das ist schon lange her. Und auch die Traditionsmarken Kaufhof und Karstadt sollen schon bald Geschichte sein.

Galeria 2.0: Drei neue Warenhaustypen vorgestellt

Mit einer veränderten Ausrichtung will der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof die Folgen der Corona-Pandemie überwinden. "Wir werden uns Ende Oktober mit unserem Konzept Galeria 2.0 strategisch neu aufstellen", sagte Vorstandschef Miguel Müllenbach dem "Handelsblatt". Insgesamt seien mittelfristig Investitionen in Höhe von etwa 600 Millionen Euro geplant.

Es werde künftig drei Typen von Warenhäusern geben: das Weltstadthaus, regionaler Magnet und lokales Forum. Vorbild sollen die drei komplett umgebauten Pilotfilialen in Frankfurt, Kassel und Kleve sein.

Wie der Warenhaus-Typ regionaler Magnet aussehen kann, erklärt Galeria-Chef Müllenbach im "Handelsblatt" am Beispiel von der Filiale in Kassel: "Da gibt es dann im Erdgeschoss einen Regio-Hub, wo regionale Produkte angeboten werden. In der ersten Etage richtet die Stadt im Servicebereich zwei Schalter für Bürgerdienste ein. Im Parkhaus kann man Fahrräder sicher unterstellen, reparieren lassen und E-Bikes laden. Natürlich gibt es auch Ladesäulen für Elektroautos."

Galeria-Besitzer René Benko: Keine weiteren Filialschließungen

In dem neuen Konzept werden die Traditionsmarken Karstadt und Kaufhof wohl keine Rolle mehr spielen. "Wir wollen nach vorne ein Unternehmen mit einer Marke sein", sagte Müllenbach. Der Webauftritt läuft bereits heute schon unter Galeria.de. Daher ist davon auszugehen, dass die Marken Kaufhof und Karstadt ganz aus den Innenstädten verschwinden werden.

Bereits im letzten Jahr musste die angeschlagenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof 62 der bundesweit 172 Filialen schließen. Die Filialschließungen waren Teil einer Einigung für einen Sanierungstarifvertrag zwischen Management, Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi. Dabei verloren über 5.300 der insgesamt 28.000 Mitarbeiter bei Galeria Karstadt Kaufhof ihren Arbeitsplatz.

Durch die Corona-Pandemie habe das Unternehmen mindestens 1,8 Milliarden Euro an Umsatz verloren, so Galeria-Chef Müllenbach. Galeria-Besitzer René Benko blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft und erklärte gegenüber RTL, dass keine weiteren Filialen mehr geschlossen werden sollen. (reuters/aze)