Nach Vorfällen und Impfstopp in Dänemark

Paul-Ehrlich-Institut : Keine Hinweise, dass AstraZeneca-Impfstoff die Probleme verursacht

Impfungen mit Astrazeneca werden in Dänemark vorerst ausgesetzt.
Impfungen mit Astrazeneca werden in Dänemark vorerst ausgesetzt.
© dpa, Ronny Hartmann, pil

13. März 2021 - 10:16 Uhr

Impstoff-Behörde meldet sich zu den Vorfällen in Dänemark

Wie geht es nach den gravierenden Vorfällen in Dänemark in Deutschland weiter mit dem Covid-19-Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakozerns AstraZeneca? Nachdem in Dänemark wegen eines Todesfalls nach der Verimpfung des Impfstoffs vorübergehend niemand mehr mit diesem Vakzin geimpft wird, hat sich nun das Paul-Ehrlich-Institut zu dieser Entscheidung geäußert: Es gebe bei dem Todesfall keine Hinweise auf einen kausalen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach betonte, der Impfstoff schütze vor Thrombosen und sei sicher.

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Todesfall: Keine Hinweise auf kausalen Zusammenhang

In Dänemark wird vorübergehend niemand mehr mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Grund dafür sind Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Personen, die mit dem Mittel geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung gestern mit. Ein Bericht beziehe sich dabei auf einen Todesfall.

Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit der Corona-Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in kausaler Verbindung stehe, teilt dazu jetzt das deutsche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer Pressemitteilung mit. Das PEI in Langen ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

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Lauterbauch: "Würde AstraZeneca-Impfstoff jederzeit nehmen"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Entscheidung der dänischen Behörden bei Twitter: Auf Grundlage von EMA-Analyse sei die Häufigkeit von Thrombosen nach AstraZeneca-Impfstoff-Gabe nicht erhöht. "Der Impfstoff hätte aus meiner Sicht auf Grundlage eines Falles in Dänemark nicht gestoppt werden sollen. Der Schaden in Vertrauen ist immens", so der Gesundheitsexperte. Thrombosen seine eine häufige Folge von Covid. Davor genau schütze der AstraZeneca Impfstoff. "Ich bleibe dabei: der AstraZeneca Impfstoff ist sicher, und seine Wirksamkeit hat man am Anfang sogar stark unterschätzt", so der Politiker bei Twitter, "ich würde ihn jederzeit nehmen."

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Keine Hinweise, dass der Impfstoff die Probleme verursacht

In Deutschland seien bis zum 11.03. dieses Jahres insgesamt elf Meldungen über unterschiedliche thromboembolische Ereignisse bei etwa 1,2 Millionen Impfungen berichtet worden. Vier Personen verstarben dabei. Dazu stellen die Impfstoff-Experten fest: "In der Zusammenschau der derzeit verfügbaren Informationen zu den deutschen und internationalen Meldungen zu thromboembolischen Ereignissen nach Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca gibt es derzeit keinen Hinweis, dass die Impfung diese Erkrankungen verursacht hat." In Übereinstimmung mit der EMA überwiege aus Sicht des Instituts der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken.

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30 Fälle von thromboembolischen Ereignissen auf 3 Millionen Geimpfte

Nach einer ersten Prüfung hält die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) auch an der positiven Bewertung des zugelassenen AstraZeneca-Impfstoffs fest, so die Pressemitteilung weiter. "Mit Stand vom 10.03.2021 wurden laut EMA 30 Fälle von thromboembolischen Ereignissen bei mehr als 3 Millionen mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpften Personen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gemeldet", stellt das Institut fest. "Diese Anzahl ist nicht höher als die Zahl der thromboembolischen Ereignisse, die statistisch zufällig in der exponierten Bevölkerung auch ohne Impfung vorkommen würden."

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