AOK-Fehlzeitenreport 2019

Macht Homeoffice krank?

© iStockphoto, elenaleonova

18. September 2019 - 17:44 Uhr

Homeoffice, der Traum vieler Arbeitnehmer

E-Mails im Pyjama beantworten, ungeschminkt mit dem Chef telefonieren und nebenbei kann man auch noch die Waschmaschine laufen lassen, während man am Küchentisch arbeitet – Homeoffice ist der Traum vieler Arbeitnehmer. Doch die scheinbar entspannte Arbeitsmethode hat auch seine Tücken, wie die AOK jetzt bekanntgibt.

Das sind die Nachteile vom Homeoffice

Homeoffice, also von zu Hause aus zu arbeiten, kann nämlich auch psychisch belastend sein, so eine aktuelle Umfrage der AOK. In ihrem Fehlzeiten-Report 2019 hat die Krankenkasse sich den Unterschieden zwischen Heim- und Büroarbeiten gewidmet. Hierzu wurden 2.000 Beschäftigte zwischen 16 und 65 Jahren befragt. Dabei kam heraus: Das Homeoffice hat Vorteile – birgt aber auch Nachteile. So fühlten sich 73,4 Prozent der Befragten, die häufig im Homeoffice arbeiten, in den letzten zwölf Monaten erschöpft. Bei Beschäftigten, die ausschließlich im Büro tätig sind, waren es nur 66 Prozent. Auch Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten unterscheiden sich deutlich zwischen den beiden Gruppen.

Allerdings sind diejeningen, die Homeoffice machen, fleißiger. Sie hatten geringere Fehlzeiten (7,7 Tage) als Beschäftigte, die am Firmenarbeitsplatz arbeiten (11,9 Tage). Die AOK vermutet, dass sich Beschäftigte im Homeoffice ihre Arbeitszeiten passgenauer einteilen. Sie arbeiten im Krankheitsfall weniger und holen die verlorene Arbeitszeit dann nach. Das ist bei Beschäftigten mit festen Arbeits- und Anwesenheitszeiten im Betrieb nicht möglich.

Dennoch bietet Homeoffice viele positive Aspekte

Trotz der höheren psychischen Belastungen zeigen Beschäftigte im Homeoffice jedoch geringere Unzufriedenheit. Außerdem profitieren Homeoffice-Beschäftigte vor allem von den positiven Effekten größerer Autonomie. Diese Beschäftigten geben an, bei ihrer Arbeit selbständiger planen zu können, mehr Entscheidungsfreiheit und mehr Mitspracherecht zu haben als die im Büro Arbeitenden.

Auch beschreibt fast jeder Zweite, der überwiegend im Homeoffice arbeitet, seinen Arbeitsaufwand als genau richtig. Mehr als zwei Drittel (67,3 Prozent) berichten, dass sie zu Hause mehr Arbeit bewältigen können und drei Viertel der Befragten (73,7 Prozent) schätzen am Homeoffice vor allem, dass sie konzentrierter arbeiten können als im Büro.

Im Video: 3 Tipps, um erfolgreich von zu Hause zu arbeiten

Woran liegt die höhere Erschöpfung?

Woran es nun allerdings genau liegt, dass Menschen, die im Homeoffice arbeiten, sich öfter erschöpft und lustlos fühlen, hat die Umfrage nicht gezeigt. Vielleicht fehlt ihnen einfach der nette Plausch mit den Kollegen an der Kaffeemaschine? Das können wir uns zumindest gut vorstellen.