Kochsalz oder Muttermilch helfen

Schnupfen bei Babys und Kleinkindern: Die besten Nasentropfen-Alternativen!

Mother and baby in pajamas, early in the morning, mom taking care of her sick toddler boy. Baby in bed with fever and running nose (Mother and baby in pajamas, early in the morning, mom taking care of her sick toddler boy. Baby in bed with fever and r
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© iStockphoto, istock, TATYANA TOMSICKOVA

30. Januar 2020 - 9:31 Uhr

Was hilft effektiv gegen Schnupfen?

Winterzeit ist Schnupfenzeit: Ein Klassiker im Kampf gegen Schnupfen ist seit Jahren "Otriven® gegen Schnupfen". Nachdem nun aber ein Apotheker vor der Verwendung von Otriven® bei Babys warnt und sogar ein Verbot dieser Baby-Nasentropfen fordert, fragen sich viele besorgte Eltern: Welche Mittel gegen Schnupfen kann ich meinem Kind ohne Bedenken geben? Und mit welchen Methoden kann ich den Heilungsprozess sonst noch unterstützen?

Ziehen Sie Hausmittel Medikamenten aus der Apotheke vor

Babys und Kleinkinder leiden vor allem deshalb stark unter Schnupfen, weil ihre Verbindungsgänge zwischen Nase, Ohr und Nebenhöhlen noch sehr eng sind und schnell verstopfen. Folglich kommt es bei kleinen Kindern häufiger zu Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung. Zudem sind Babys – im Gegensatz zu Erwachsenen – noch nicht zur Mundatmung in Lage. Da die Nasenatmung durch das Anschwellen der Schleimhäute erheblich beeinträchtigt wird, erfordert ein Schnupfen bei Babys und Kleinkindern ein rasches Handeln. Dabei sollten Sie Hausmittel wenn möglich Medikamenten vorziehen.

Im Fall der Otriven® -Nasentropfen liegt der Grund auf der Hand: Auf die Frage, wie viel der Otriven® -Baby-Nasentropfen denn nun unbedenklich sind für Babys, hat Apotheker Gunnar Müller eine klare Antwort: "Wenn die AMK (Arzneimittelkommission, Anm. der Redaktion) über das Risiko der Überdosierung informiert, ist das eine Sache. Aber sie soll bitte nicht die Apotheken zur Demonstration des ordnungsgemäßen Gebrauch auffordern, denn dies ist schlichtweg nicht möglich." Eltern sind also in diesem Fall völlig auf sich allein gestellt, wenn es selbst Apothekern unmöglich erscheint, eine Dosierung zu nennen, die für die Kleinen unbedenklich ist.

Sie sollten aber auch deshalb Hausmittel vorziehen, weil viele Nasentropfen eine enorme Suchtgefahr bergen. Zudem ist bei kleinen Kindern die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger, sodass die Nasentropfen bei einer zu hohen Dosierung ins zentrale Nervensystem übertreten und zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Atemaussetzern oder Bewusstlosigkeit führen können.

Kochsalzlösung statt Nasentropfen - so einfach geht's!

Eine gute Alternative zu herkömmlichen Nasentropfen oder -spray aus der Apotheke ist Kochsalzlösung. Um diese herzustellen, benötigen Sie lediglich Wasser und Salz. Und das Beste: Sie kostet so gut wie nichts. So stellen Sie sie her:

Kochen Sie einen Liter Wasser auf und lassen Sie es mindestens zwei Minuten kochen. Dadurch gewährleisten Sie, dass mögliche Bakterien abgetötet werden. Geben Sie dann pro Liter Wasser einen gehäuften Teelöffel Salz hinzu. Sehr gut eignet sich für die Kochsalzlösung auch die Verwendung von Meersalz. Sobald die Lösung abgekühlt ist, können Sie sie verwenden.

Anwendung:

Legen Sie das Baby oder Kleinkind auf den Rücken. Träufeln Sie mit einer Pipette oder Spritze die Kochsalzlösung in die Nase des Babys und lassen Sie das Kind noch einen Moment liegen. Nehmen Sie das Baby anschließend auf den Arm oder bringen Sie es in eine aufrechte Position, sodass die Lösung samt des gelösten Schleims aus der Nase herauslaufen kann.

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Muttermilch als Nasentropfen-Alternative

Nasensauger verschaffen Linderung.
Nasensauger befreien Babys schmerzfrei und unkompliziert von Schleim und erleichtern das Atmen.
© iStockphoto, istock, Konstantin Postumitenko

Eine weitere sehr effektive, aber leider nicht immer und jederzeit verfügbare Wunderwaffe gegen Schnupfen bei Kindern ist Muttermilch. Sie enthält viele Antikörper, die das noch nicht vollständig ausgebildete Immunsystem von Babys und Kleinkindern im Kampf gegen die Krankheitskeime unterstützt. Außerdem wirkt Muttermilch abschwellend und beruhigt die Schleimhäute. Einziger Nachteil: Die Muttermilch gelangt nicht ganz so tief in die Nasengänge, sodass der tiefsitzende Schleim nicht gelöst wird. Dazu sind aber auch herkömmliche Nasentropfen nicht in der Lage.

Hier können jedoch Nasensauger Babys und Kleinkindern Linderung verschaffen. Nasensauger werden an der Nasenöffnung angesetzt. Durch Pressen des Pumpballs erzeugen sie einen Unterdruck, durch den das Sekret aus der Nase des Kindes gesaugt wird. Dabei wird - bei entsprechender Saugleistung des Saugers - auch das Sekret aus den inneren Nasengängen entfernt.

Mit diesen Methoden sorgen Sie dafür, dass Ihr Baby besser Luft bekommt

Erwachsenen hilft es meist, heißen Wasserdampf zu inhalieren. Kinder sollten Sie allerdings nie direkt dem heißen Wasserdampf aussetzen. Besser ist es, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ins Badezimmer gehen, die Türe schließen und bei geschlossenem Fenster die Dusche oder Badewanne heiß aufdrehen. Am besten wickeln Sie Ihr Kind zuvor in ein Handtuch und ziehen ihm im Anschluss trockene Kleidung an.

Während bei Erwachsenen häufig ätherische Öle wie Menthol empfohlen werden, um die Nase freizubekommen, sollten solche Öle bei Babys und Kleinkindern nicht eingesetzt werden. Der Grund: Viele Kinder reagieren allergisch und können die Atemwege zusätzlich reizen. Eine gute Alternative, die vielleicht nicht ganz so gut duftet, aber definitiv wirkt, sind Zwiebeln. Schälen und schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Stücke und füllen Sie diese in eine Socke. Die Socke können Sie beispielsweise über das Bett hängen.

Gerade im Winter reizt die trockene Heizungsluft die Atemwege zusätzlich und trocknet die kleinen Nasen aus. Hier wirkt ein nasses Handtuch, dass Sie im Kinderzimmer über einen Heizkörper oder vor das Fenster hängen, Wunder. Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit werden die Schleimhäute besser mit Feuchtigkeit versorgt und die Schwellung nimmt ab, wodurch die Kleinen besser Luft bekommen.

Oft genügen also schon Kleinigkeiten, mit denen sich die Symptome lindern lassen und Sie Ihre Kinder dabei unterstützen können, dass sie bald wieder frei atmen können.