Allergische Reaktion auf Gift der Falschen Witwe

Junger Vater kann nach Spinnenbiss seit Wochen nicht mehr laufen

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20. September 2019 - 16:07 Uhr

Falsche Witwe hat sich in seinem Haus ausgebreitet

Seit Lewis Pearce im Juli im Schlaf von einer Spinne gebissen wurde, hat er starke Schmerzen, kann nicht mehr laufen, duschen oder gar arbeiten. Laut seinem Arzt reagierte der 26-Jährige allergisch auf das Gift der sogenannten Falschen Witwe. Diese Spinnenart hat sich in seinem Haus ausgebreitet - und Pearce ist jetzt in großer Sorge um seine drei kleinen Kinder.

Familie hat Angst um die Gesundheit ihrer Kinder

Lewis Pearce wurde von Spinnen gebissen
Seit dem Spinnenbiss kann Lewis Pearce nicht mehr laufen.
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Dass er von einer giftigen Falschen Witwe gebissen wurde, bekam Lewis Pearce aus dem englischen Southampton zunächt gar nicht mit. Im Schlaf bekam er fünf Bisse ab, es entstanden große, eitrige Wunden. Sein Arzt sagte dem 26-Jährigen, dass er allergisch auf das Gift der Spinne sei.

Seit der Nacht im Juli kann der Umzugshelfer nicht mehr laufen oder duschen, geschweige denn arbeiten. Er hat sich bei der Stadtverwaltung gemeldet, damit diese eine Schädlingsbekämpfung organisiert. Diese hat bisher allerdings nichts unternommen. Seitdem machen Lewis Pearce und seine Frau Nadine sich große Sorgen um die drei gemeinsamen Kinder - vor allem um ihr Baby, das mit ihnen im selben Raum schläft. "Ich bin wie in Schockstarre. Wenn meine Kinder so gebissen werden wie er, werden sie keine Chance haben", erzählte Nadine "Metro News".

Stadtverwaltung will sich jetzt um den Fall kümmern

Lewis Pearce macht sich Sorgen um seine Familie.
Lewis Pearce macht sich Sorgen um seine Familie.
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Die Stadtverwaltung von Southampton hat zugesichert, sich nun mit dem Problem befassen zu wollen. Bis dahin ist die Verzweiflung bei der Familie groß: "Wie sollen wir die Miete bezahlen? Ich muss mich um die Kinder kümmern und Lewis kann nicht arbeiten. Es fühlt sich an, als würden wir in einem dunklen Tunnel feststecken", sagte Nadine zu "Metro News". 

Wie gefährlich ist die Falsche Witwe?

Die Steatoda nobilis, auch die Falsche Witwe genannt, ist der Europäischen Schwarzen Witwe sehr ähnlich. Sie überträgt mit ihrem Biss ein Nervengift. Dadurch ist sie sogar in der Lage, kleinere Säugetiere wie Mäuse zu töten. Der Biss der Falschen Witwe ist für den Menschen normalerweise ungefährlich und nur ähnlich schmerzhaft wie ein Wespenstich. Er kann allerdings auch Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen und krampfartige Bauchschmerzen auslösen.

In Großbritannien ist die Falsche Witwe recht verbreitet. In Deutschland wurde sie schon in Pflanzencentern gesehen, in die sie über Pflanzkübel gelangte. Dort herrscht ein Klima, das die Spinnen angenehm finden, da es dem in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten ähnelt. Forscher rechnen jedoch nicht damit, dass sie sich hierzulande stärker ausbreitet.

In Deutschland dagegen wird die Ammen-Dornfingerspinne immer häufiger gesichtet. Wie Sie sich vor ihr schützen können, zeigen wir hier.