Falsche Schwarze Witwe: Mann verliert sein Bein nach Spinnenbiss

8. Mai 2018 - 21:12 Uhr

Andy quälte sich drei Jahre lang

Wer Angst vor Spinnen hat, der muss jetzt ganz stark sein. Andy Perry aus Huncote in Leicestershire verlor sein rechtes Bein nach dem Biss einer Spinne, der so genannten Falschen Schwarzen Witwe. Bevor das Bein des Engländers jedoch im März 2018 amputiert wurde, musste Andy drei Jahre lang Höllenqualen erleiden.

Andy drohte, sein eigenes Bein mit der Kettensäge abzutrennen

Es begann mit harmlosen Rückenschmerzen und endete in einem Albtraum. Er sei der erste Brite, der sein ganzes Bein wegen eines Spinnenbisses verlor, berichtet die britische Zeitung 'The Sun'. Ein Titel, auf den Andy wohl liebend gern verzichten würde.

Als der Engländer 2015 ins Krankenhaus eingeliefert wurde, entdeckten die Ärzte zwei kleine Bissspuren. In Verbindung mit Andys Symptomen schloss man auf den Biss einer Falschen Schwarzen Witwe, der eine Blutvergiftung (Sepsis) mit sich zog. Die Schmerzen wurden so unerträglich, dass er den Ärzten drohte, sein eigenes Bein mit einer Kettensäge abzutrennen. Trotzdem traute sich kein Arzt, das Bein zu amputieren. Bis zum März 2018. Wie es sein kann, dass ein so kleiner Spinnenbiss zu einer kompletten Amputation führen kann, erfahren Sie im Video.

Die Falsche Schwarze Witwe

Die Steatoda nobilis, in England die Falsche Schwarze Witwe genannt, ist der Europäischen Schwarzen Witwe sehr ähnlich. Sie überträgt mit ihrem Biss ein Nervengift. Dadurch ist sie sogar in der Lage, kleinere Säugetiere wie Mäuse zu töten. Der Biss der Falschen Schwarzen Witwe ist für den Menschen normalerweise nicht lebensbedrohlich. Er kann allerdings Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen und krampfartigen Bauchschmerzen auslösen.

In Großbritannien ist die gefürchtete Spinne ziemlich verbreitet. Doch auch in Deutschland soll die Falsche Schwarze Witwe schon gesichtet worden sein. Laut 'Bild' wurden 2011 mehrere Spinnen dieser Art in zwei Pflanzencentern in Köln gefunden.

Wie erkennt man einen Spinnenbiss?

Auch die deutschen Spinnen verfügen über Giftstoffe, sind aber vollkommen ungefährlich. Außerdem beißen die meist gefürchteten Krabbeltiere nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Sollte es aber beispielsweise bei der Gartenarbeit doch mal zu einem Spinnenbiss kommen, ist dieser oftmals nicht von einem gewöhnlichen Mückenstich zu unterscheiden. Die betroffene Stelle wird rötlich und beginnt zu jucken.

Wie behandelt man einen Spinnenbiss?

Zunächst sollte die Bissstelle mit klarem Wasser gesäubert werden, um Infektionen zu vermeiden. Ebenso wie bei Mückenstichen hilft eine kühlende, entzündungshemmende Salbe gegen den Juckreiz und die Rötung. Sollte sich die Stelle jedoch weiter entzünden, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Es besteht die Gefahr einer bakteriellen Infektion. Auch für Menschen mit einer Insektenstichallergie kann der Biss einer Spinne eine ärztliche Behandlung erfordern. Bisse von exotischen Spinnen aus Terrarien und im Ausland müssen umgehend von einem Arzt untersucht und individuell behandelt werden.