„Von Gebäuden werfen“

Ägyptische TV-Moderatorin ruft zum Mord an Homosexuellen auf

© Memri/YouTube

03. Juli 2020 - 11:12 Uhr

Traumhaftes Urlaubsziel ist für Schwule und Lesben ein Albtraum

Urlaub im sonnigen Land der Pyramiden und Pharaonen klingt für viele Menschen traumhaft schön. Für eine Bevölkerungsgruppe entwickelt sich Ägypten jedoch immer mehr zum Albtraum: Homosexuelle werden im Land am Nil strafrechtlich verfolgt. Der Staat macht über Dating-Apps gezielt Jagd auf schwule Männer. In einer TV-Sendung rief eine Moderatorin jetzt zum Mord an Homosexuellen auf.

Moderatorin fordert lebendige Verbrennung Homosexueller

Dieses Video erschüttert die westliche Welt: Moderatorin Hala Samir sprach in ihrer Sendung Mitte Juni in grauenhafter Weise über LGBT-Personen (Lesbian, Gay, Bi, Transgender). In der Show im TV-Sender "Watan TV" fordert sie die Ermordung von Homosexuellen. Man solle sie wahlweise "lebendig verbrennen", "von Gebäuden werfen" oder "steinigen", sagte sie.

Ohne Skrupel erklärte sie: "Ibn Abbas zitierte den Propheten Muhammad mit den Worten: ,Wenn Sie Männer finden, die an einer homosexuellen Handlung beteiligt sind, töten Sie sowohl den aktiven als auch den passiven! Fragen Sie nicht: Sind Sie aktiv oder passiv? Töte einfach beide!'"

Auch Lesben werden zur Zielscheibe der Islamisten

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Ihre Begründung: Muhammads Gefährten waren sich zwar "einig", dass homosexuelle Menschen getötet werden sollen, "aber sie waren unterschiedlicher Meinung über die geeignete Methode."

Ihre Homo-Hetze bezieht sich aber nicht nur auf Schwule: "Im Bezug auf Mädchen fragen die Leute, ob das gleiche Urteil auch für Lesben gilt." Sie erklärt dazu: "Die islamischen Gelehrten haben einstimmig gesagt, dass Lesbianismus verboten ist."

Geheimdienst jagt Schwule über Dating-Apps

Der Sender gehört der "gemäßigten" ägyptischen Muslimbruderschaft. Homosexuelle gelten in Ägypten nicht nur als "unmoralisch", sie werden von Islamisten regelmäßig attackiert. Weil es in den Städten des Landes keine Clubs als Treffpunkte für die LGBT-Szene gibt, weichen viele Homosexuelle auf Dating-Apps aus. Das 1961 erlassene Gesetz gegen "sexuelle Ausschweifungen" wird von Behörden immer wieder genutzt, um gezielt Jagd auf Schwule zu machen. Der gefürchtete Geheimdienst erstellt sich auf Dating-Apps Fake-Profile, um die "Ausschweifenden" bei Treffen festzunehmen.

Wie die Ägyptische Initiative für Persönlichkeitsrechte (EIPR) berichtet, wurden seit 2013 mehr als 230 LGBT-Personen eingesperrt.