Auf was Sie beim Kauf achten sollten

ADAC-Kindersitztest 2021: Fünf Modelle fallen durch

Kindersitze im ADAC-Test
Kindersitze im ADAC-Test
© ADAC/Ralph Wagner, ralphwagnerfoto.com

31. Mai 2021 - 11:09 Uhr

Kindersitze auf dem Prüfstand

Der ADAC hat auch in diesem Jahr wieder Kindersitze und Sitzerhöhungen auf den Prüfstand gestellt. 26 Modelle wurden in den Kategorien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft. Das Ergebnis: 18 Sitze bekommen die Note "gut", drei "befriedigend" und insgesamt fünf Modelle fallen durchs Raster. Wir zeigen, welche Modelle mit der Note "mangelhaft" durchgefallen sind und auf was man beim Kauf besser achten sollte.

Krebserregender Bezugsstoff?

Die meisten Modelle übertreffen die gesetzlichen Mindestanforderungen sogar. Fünf Modelle haben allerdings schwerwiegende Mängel und deshalb die Schulnote "mangelhaft" erhalten.

  • Die Bezugsstoffe des "Besafe iZi Go Modular X1 i-Size" (mit und ohne "iZi i-Size Base") und "Swandoo Marie 2" enthalten Naphthalin (steht im Verdacht eine krebserzeugende Wirkung zu haben).
  • Der "Osann Oreo 360°" enthält den Weichmacher DPHP, der unter anderem die Schilddrüse schädigen kann.
  • Die Babyschale "Chicco Kiros i-Size + Kiros i-Size Base" löste sich beim Frontalaufpralltest von der Isofix-Basis und flog nahezu ungebremst nach vorne. Bei einem Unfall wäre das Verletzungsrisiko des Kindes damit deutlich erhöht. Der Sitz wurde im Rahmen des europäischen Gemeinschaftstests in Italien eingekauft und war (nach Angaben des Herstellers) nicht im deutschen Handel erhältlich.

Drei der fünf Hersteller, die die Note "mangelhaft" bekamen, haben bereits reagiert.

+++ Kindersitz – Mehr Sicherheit während der Fahrt im Auto +++

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
Ein Kindersitz im Crashtest
Ein Kindersitz im Crashtest
© ADAC/Test und Technik

Nachbesserung als Schadensersatz

Die Hersteller haben den Eltern eine kostenlose Nachbesserung angeboten: Chicco tauscht die Isofix-Station gegen eine verbesserte Konstruktion, Osann bietet den Tausch der schadstoffhaltigen Schulterpolster und Swandoo den Tausch der belasteten Sitzbezüge an. Bei den Sitzerhöhern konnten die ADAC-Tester insgesamt kein gutes Zeugnis ausstellen.

+++ Eine Übersicht der Testsieger finden Sie hier +++

Alle Sitzerhöher mangelhaft

Exemplarisch wurden mit einem Produkt Frontal- und Seitenaufprall-Versuche gemacht, aber der fehlenden Seitenaufprallschutz, ließ für alle Produkte gleichermaßen nicht mehr als ein mangelhaftes Ergebnis zu.

Trotzdem erfüllen die Sitze die gesetzlichen Mindestanforderungen zur Kindersicherung und reduzieren das Verletzungsrisiko beim Frontalunfall. Ein Sitzerhöher ist deshalb besser als gar keine Sicherung. Viele Familien verwenden ihn als "Notsitz", da sie nur wenig Stauraum benötigen, aber zum Beispiel die spontane Mitnahme von Kindern ermöglicht.

Auf was Sie achten sollten

Wer auf der Suche nach einem möglichst guten Modell ist, sollte vor allem auf das Material achten. Die ADAC-Experten raten zu Produkten aus Kunststoff. Sie sind stabiler als solche aus Polystyrol ("Styropor"). Durch das robustere Material werden sie nicht so schnell beschädigt und die Gefahr, dass sie im Falle eines Unfalls versagen, ist geringer.

Außerdem sollte auf seitlich angebrachte Gurtführungen ("Hörnchen") geachtet werden, diese halten die Sitzerhöhung in Position und verbessern die Lage des Beckengurtes. Von einfachen Sitzerhöhungen ohne Gurtführungen rät der ADAC ab. Am besten sollte man sich immer in einem Fachgeschäft beraten lassen und eine Einbauprobe durchführen.