Ergebnis einer Studie vom Verbraucherschutz

Achtung! Fast Food-Verpackungen enthalten 'ewige Gifte'

Verpackungsmüll: Nicht nur für die Umwelt schädlich, sondern auch für die Gesundheit des Menschen.
Verpackungsmüll: Nicht nur für die Umwelt schädlich, sondern auch für die Gesundheit des Menschen.
© deutsche presse agentur

27. Mai 2021 - 16:56 Uhr

Burger-Boxen, Pommes-Tüten und Co.

Die Pizza im Pizzakarton, die Pommes in der Papiertüte und die Nudeln in einer kompostierbaren Schüssel – alles besser als Plastik, oder etwa nicht? Acht Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen haben die Lebensmittelverpackungen untersucht und kamen zu einem schockierendem Ergebnis: In allen untersuchten Produkten sind Chemikalien enthalten, die gefährlich für die Gesundheit sind. Welche Auswirkungen hat das auf unseren Körper und was sind mögliche Alternativen?

'Ewige Gifte'

Endlich plastikfrei! Ab dem 3. Juli gilt das EU-weite Plastikverbot. Produkte aus Einwegplastik dürfen dann innerhalb der EU nicht mehr verkauft werden. Trinkhalme aus Plastik sind bereits vom Markt verschwunden und immer mehr Händler setzen auf Alternative, wie zum Beispiel Einwegschüsseln aus Zuckerrohr. Der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) hat zusammen mit anderen Umweltverbänden 42 Verpackungen untersucht und in ALLEN Spuren von Fluorchemikalien, also die sogenannten PFAS (per und polyfluorierte Alkylsubstanzen) gefunden. Diese Stoffe werden auch 'ewige Gifte' genannt, weil sie sehr langlebig sind und zum Teil bis zu 1.000 Jahre in unserer Umwelt verbleiben können.

Bisher ist Dänemark das einzige Land, das eine Obergrenze für den PFAS-Wert in Lebensmittelverpackungen festgelegt hat und der liegt bei maximal 20 Milliramm pro Kilo Verpackung.

Auch pflanzliche Materialien sind gefährlich

Plastikmüll
Alarmierend: Der PFAS-Wert bei Einwegschüsseln aus Zuckerrohr liegt in Deutschland bei 1.100 mg/kg.
© deutsche presse agentur

Viele Verpackungen werden mittlerweile als kompostierbar ausgewiesen, doch genau in diesen Produkten wurden die höchsten PFAS-Werte gemessen: Sie liegen bis zu 60 Mal über der dänischen Obergrenze! Auch bei Verpackungen für fettige Speisen gibt es eine besonders starke PFAS-Belastung.

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McDonals, KFC, Nordsee und Co.

Eine Portion Pommes-Frites in einer Papiertüte am Sonntag (03.02.2008) in Mainz. Foto: Frank May +++(c) dpa - Report+++
In Dänemark ist die Pommes-Tüte von McDonalds nicht mit PFAS behandelt.
© picture-alliance/ dpa, Frank May

In Deutschland sind außerdem die Verpackungen der Fast Food-Ketten Spitzenreiter:

Im Papier eines KFC-Burgers liegt der PFAS-Gehalt bei 770 mg/kg, im Sandwich Papier vom Fischgeschäft Nordsee liegt der Wert bei 640, in der Papiertüte von Dunkin' Donut bei 510 und in den Pommes-Tüte des Fast Food-Riesen McDonald's lautet der Wert 370 mg pro Kilo.

Das Pommes Frites aus ohne Chemikalien verpackt werden können zeigt ein Blick in andere Länder. In Dänemark ist in den gleichen Tüten nur 20 mg des schädlichen Gesamtfluorgehalts enthalten und in den Niederlande gibt es die Donuts anstatt in einer Tüte, in einer Box aus Pappe und die hat einen weitaus geringerem PFAS-Wert.

Es geht auch ohne!

Hände halten nachhaltige Verpackungen
In der Mittagspause das Gericht einfach direkt in den eigenen Behälter servieren lassen.
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In seiner Studie berichtet der BUND davon, dass die mit PFAS behandelten Verpackungen negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben können. Ein erhöhtes Krebsrisiko, Schädigungen der Leber, Störungen der Schilddrüsenfunktion und eine verzögerte Pubertät werden damit im Zusammenhang gebracht. Bei Kindern kann es außerdem zu einer geringeren Bildung von Antikörpern nach Impfungen kommen.

Schützen können sich Verbraucher mit Alternativen aus Glas, Keramik oder Metall. Außerdem kann auf das Konsumieren von Fast Food verzichtet werden, dass in PFAS-haltigen fettabweisenden Verpackungen verkauft wird. Dabei hilft der Tropfentest: Perlt ein Tropfen Speiseöl von der Verpackung ab, ist diese fettabweisend und enthält möglicherweise PFAS. Mit der ToxFox-App können außerdem Produkte gescannt werden, damit wird eine Giftanfrage gestellt und dem Unternehmen wird gezeigt, dass sich giftfreie Produkte gewünscht werden.

vba

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