RTL/ntv "Frühstart"

Absage von Lindner an Ampelkoalition? „Unsere inhaltliche Nähe zur Union ist am größten“

03. Juni 2021 - 10:19 Uhr

"Eine grün geführte Ampel ist wenig wahrscheinlich"

Im RTL/ntv Trendbarometer liegt die FDP aktuell bei 14 Prozent und ist damit gleichauf mit der SPD. Der FDP-Parteivorsitzende, Christian Lindner, will in diese Werte aber nicht zu viel herein interpretieren. Im RTL/ntv -Frühstart sagt der FDP-Parteichef: "Wir freuen uns über gute Umfragewerte, aber ich nehme Umfragen nicht ganz so ernst. Aber richtig ist, wir haben eine große Chance stark zu werden und wir wollen auch in diese Größenordnung wachsen." Ziel für die Bundestagswahl sei es, die FDP so stark machen, dass eine Regierungsbildung ohne die Liberalen nicht möglich wird: "Unser Ziel ist es eine schwarz-grüne und eine grün-rot-rote Mehrheit zu verhindern. Dann muss Deutschland eine Regierung aus der Mitte mit der FDP bilden."

FDP-Kanzlerkandidat? Nicht mit Lindner

Dass die FDP jetzt mit 14 Prozent einen Kanzlerkandidaten stellen sollte, sieht Lindner nicht: "Das Konzept eines Kanzlerkandidatin ist aus der Zeit gefallen. Denn entscheiden ist die Konstellation in der man regiert. Annalena Baerbock wäre zum Beispiel eine ganz andere Kanzlerin in Grün-Schwarz als sie in Grün-Rot-Rot wäre."

Auf die Frage ob die FDP mit einer Kanzlerin Baerbock in die Regierung gehen würde, sagt Lindner: "Wenn ich sehe, dass die Grünen mehr Umverteilung und höhere Steuern wollen, dann für uns nicht sehr verheißungsvoll." Bei möglichen Koalitionen weist Lindner darauf hin, dass die FDP die größte Schnittmenge mit der Union hat: "Unsere inhaltliche Nähe zur Union ist am größten. Deshalb ist eine Grün geführte Ampel wenig wahrscheinlich, und eine schwarz-gelb geführte Koalition eher denkbar."

Vor Sachsen-Anhalt-Wahl: „AfD ist eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung“

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt sich der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner besorgt um einen möglichen AfD-Erfolg. Im RTL/ntv Frühstart sagt der FDP-Chef: "Die AfD ist eine Bedrohung für die Liberalität unseres Landes und eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt." Lindner befürchtet, dass Investoren das Bundesland künftig meiden könnten: "Investoren werden sich lange überlegen ob sie in Regionen gehen, in denen eine fremdenfeindliche Partei so stark ist. Ich glaube daher nicht, dass die AfD eine Chance hat stärkste Kraft zu werden. Denn viele Menschen, die in Sachsen-Anhalt im Mittelstand tätig sind, haben diese Gefahr längst erkannt."

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Vor der Landtagswahl ist der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, in Kritik geraten. Wanderwitz sagte, dass Teile der ostdeutschen Bevölkerungen für die Demokratie verloren seien. Lindner kritisiert diese Äußerung scharf: "Ich finde diese Aussage reichlich herablassend!". Für Lindner ist die Äußerung von Wanderwitz Teil des Problems: "Viele Menschen in Ostdeutschland verdienen, dass ihre Lebensleitung gewürdigt wird und dass die Chancen in Ostdeutschland gesehen werden. Da ist eine solche Äußerung, die geradezu von oben herab aus dem politischen Berlin klingt, sicherlich nicht hilfreich.", so der FDP-Politiker zu RTL/ntv.

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