Französische Polizei sucht kleines Mädchen

Mia (8) von drei Männern aus Haus ihrer Großmutter entführt

Staatsanwaltschaft Épinal
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© Staatsanwaltschaft Épinal

19. April 2021 - 12:22 Uhr

Mia Montemaggi (8) aus Frankreich wird vermisst

Mia Montemaggi war im Haus ihrer Großmutter in der kleinen französischen Stadt Les Poulières in Lothringen, als sie am Dienstagmorgen von drei Männern entführt wurde. Laut Medienberichten lebte das Mädchen dort. Mit einem vermeintlichen Schreiben des Jugendamtes sollen die Entführer die Großmutter ausgetrickst und Mia mitgenommen haben. Inzwischen wurden sie festgenommen. Doch von der Achtjährigen fehlt bislang jede Spur.

Mias Großmutter soll ausgetrickst worden sein

Aus diesem Haus soll die kleine Mia entführt worden sein.
Aus diesem Haus soll die kleine Mia entführt worden sein.
© ENEX

Die achtjährige Mia wurde durch einen Gerichtsbeschluss ihrer Großmutter mütterlicherseits anvertraut, nachdem ihrer 28-jährigen Mutter Lola Montemaggi im Januar das Sorgerecht entzogen worden ist, schreibt die französische Zeitung "Le Progres". Nur zwei Mal im Monat durfte sie ihre Tochter in Begleitung des Jugendamtes sehen, erklärte Staatsanwalt Nicolas Heitz einen Tag nach dem Verschwinden der Schülerin.

Mia soll am Dienstagmorgen gegen 11.30 Uhr von drei Männern mitgenommen worden sein. Der Großmutter sollen sie sich als Mitarbeiter des Jugendamtes vorgestellt und angegeben haben, das Mädchen zu einem Termin bringen zu wollen. Sogar ein "glaubhaftes Schreiben" des Justizministeriums hätten sie vorgezeigt, heißt es. Sie seien zudem gut vorbereitet gewesen und hätten detaillierte Angaben zum Mädchen machen können. So willigte die Großmutter ein und ließ Mia gehen.

Kidnapper sollen sich mit Skript auf die Entführung vorbereitet haben

Inzwischen seien drei Männer und ein mutmaßlicher Hintermann im Alter zwischen 23 und 60 Jahren in und um Paris festgenommen worden. In einer Wohnung sollen die Beamten laut "Le Progres" ein "Skript" gefunden haben, mit dem sich die Verdächtigen auf die Entführung vorbereitet haben sollen. Sie sollen nicht vorbestraft sein, allerdings seien sie im Visier der französischen Anti-Terroreinheit gewesen.

Laut Staatsanwalt Heitz sollen sie Mia im Auftrag ihrer Mutter entführt haben, die 28-Jährige habe die Gruppe über das Internet kontaktiert. Bislang fehle trotz einer großangelegten Suchaktion von beiden jede Spur. Sie könnten sich bereits im Ausland befinden, vermuten die Ermittler laut "Le Progres". Das Mädchen sei möglicherweise in Gefahr. Die Polizei habe die Fahndung aufgenommen, so Heitz. Er betont, dass sich der Tatort in der Nähe der deutschen und schweizerischen Grenze befindet.

Wie der Staatsanwalt weiter berichtet, sei der Mutter das Sorgerecht entzogen worden, weil sie ihre Tochter nicht zu Schule schicken und "am Rande der Gesellschaft" leben wolle. Vor dem Familienrichter habe sie angegeben, dass Mia krank sei und nicht wolle, dass sich jemand in ihr und das Leben ihrer Tochter einmische.