Davon 26 Stichverletzungen direkt in den Oberkörper - bis zu zwölf Zentimeter tief

Mann soll auf seine eigene Schwester über 80-mal eingestochen haben - Prozess startet in Hamburg

Der 54-jährige Angeklagte soll insgesamt 80-mal auf seine Schwester eingestochen haben.
Der 54-jährige Angeklagte soll mindestens 80-mal auf seine Schwester eingestochen haben.
RTL Nord

von Sina Schlink, Kirsten Studt und Lina Johannsson

Mit mindestens 80 wuchtigen Hieben soll ein 54 Jahre alter Mann in Hamburg-Bergedorf auf seine eigene Schwester eingestochen und sie so getötet haben. Ab Freitag muss sich der Mann wegen Totschlags vor dem Landgericht Hamburg verantworten.

Herz der 55-Jährigen getroffen

Es sind grausame Details, die bei Prozessbeginn auf den Tisch gekommen sind. Das Familiendrama spielte sich am 17. Februar 2022 zwischen 9:15 Uhr und 10:30 Uhr in einem Haus in der Straße Grasredder in Hamburg ab. Mit einem Küchenmesser mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge soll der Angeklagte in den Oberkörper seiner Schwester eingestochen haben. Doch nicht nur ein paar Mal: Ganze 26 Stichverletzungen haben die Rechtsmediziner festgestellt. Durch die Stiche wurden die Lunge, der Rippenknochen und zweimal das Herz der 55-Jährigen getroffen. Daraufhin hatte sie innere Blutungen und erlitt einen Verblutungsschock. Die Frau versuchte noch sich zu wehren, wurde dann aber 40 Mal an Armen und Händen verletzt. Nach Angaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft verblutete das Opfer noch in der Wohnung.

Angeklagter direkt nach Tat in Unfall verwickelt

Direkt nach der Tat hat der Angeklagte die Wohnung verlassen. Kurze Zeit später ist er in Reinbek in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen. Er erlitt Prellungen, Schürfwunden und eine Brustkorbverletzung. Mit dem Rettungswagen ist er in ein nahegelegtes Krankenhaus gekommen. Dort wurde er direkt festgenommen, hat sich aber nicht zur Tat geäußert. Angeblich habe er sich sogar bewusst in die Richtung eines fahrenden Autos geworfen.

Seine Angaben gegenüber dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen seien umfänglicher geständiger Natur gewesen, so die Vorsitzende.