Zufallsfund auf einem Acker

5.000 Jahre altes Grab bei Eckernförde entdeckt

Archäologen legen auf einem Acker ein Großsteingrab aus der Trichterbecherzeit frei. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild
Archäologen legen auf einem Acker ein Großsteingrab aus der Trichterbecherzeit frei. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

26. November 2021 - 10:04 Uhr

Für Archäologen ein beeindruckender Schatz

Auf einem Acker in Goosefeld bei Eckernförde passiert gerade spannendes, denn Experten des Archäologischen Landesamtes graben derzeit ein ungewöhnlich vollständig erhaltenes Großsteingrab aus.

„Vollständigkeit des Grabes ist besonders“

24.11.2021, Schleswig-Holstein, Goosefeld: Ringo Klooß, Grabungsleiter, zeigt in der Ausgrabungsstelle eines Großsteingrabes aus der Trichterbecherzeit ein darin gefundenes Feuersteinbeil. Das auf einem schleswig-holsteinischen Acker gefundene Grab i
Ausgrabungsleiter Ringo Kloos in mitten der neuen Ausgrabung eines Großsteingrabes in Goosefeld.
© dpa, Axel Heimken

Es war ein Zufallsfund, denn an dem Ort wurden routinemäßig archäologische Voruntersuchungen gemacht, weil hier ein neues Baugebiet entstehen sollte. Dabei sei das rund 5.000 Jahre alte Grab aus der Jungsteinzeit entdeckt worden, sagte Grabungsleiter Ringo Klooß. "Die Vollständigkeit des Grabes ist schon sehr besonders", sagt Klooß. Meistens seien solche Gräber zerstört, die Steine zerschlagen oder gesprengt worden, um sie weiter zu verkaufen oder als Baumaterial zu benutzen.

Landwirt bemerkte jahrelang nichts

Alle Steine seien einfach an ihrem ursprünglichen Standort umgekippt und eingegraben worden. Manche Steine wurden auch zerschlagen, wie Klooß informiert. Sehr dick war die Erdschicht über dem Grab demnach nicht, aber es reichte, um Landwirtschaft zu betreiben. "Der Bauer sagte, der Pflug ging immer drüber hinweg." Klooß erklärt, wie das Grab einmal ausgesehen haben muss. In der Mitte die Grabkammer, die Hohlräume zwischen den großen Steinen mit Sandsteinplatten abgedichtet. Von diesen Platten haben die Archäologen einige gefunden, genau wie von dem schneeweißen, verbrannten Feuerstein, der der übliche Bodenbelag in den Gräbern dieser Zeit war.

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Kaum Grabbeigaben entdeckt

Grabbeigaben wurden in Goosefeld bisher kaum gefunden. "Wir haben relativ wenig Keramik gefunden, bisher nur drei Scherben", sagte Klooß. Diese stammten aus der Trichterbecherkulturzeit, der Zeit also, in der das Grab auch gebaut worden sei. Ein ebenfalls gefundenes Feuersteinbeil ist jüngeren Datums, es stammt laut Klooß aus der nachfolgenden Kultur. Das Grab sei wahrscheinlich ausgeräumt worden, um es erneut als Bestattungsplatz zu nutzen. Vielleicht kommt bei den weiteren Arbeiten aber noch mehr zum Vorschein: "Wir sind ja noch nicht ganz durch." Bis kurz vor Weihnachten soll noch gegraben werden.

Unklar, was mit dem Grab genau passiert

Was mit dem Grab passiert, wenn die Archäologen ihre Arbeit beendet haben, ist noch unklar. Es sei nicht die Aufgabe des Landesamtes, das Grab wieder aufzubauen, sagte Klooß. "Aber ich mache dafür natürlich Werbung." Und viele aus dem Ort selbst wollten dies auch. "Weil es wirklich toll wäre, weil das Grab richtig vollständig ist." Aber es müsse unter anderem mit dem Bauherrn abgeklärt werden, ob ein Wiederaufbau am Ursprungsort oder an einer anderen Stelle möglich sei und wer die Kosten dafür übernähme. (dpa/ nid)