Corona-Simulation der TU Berlin zeigt, was am besten helfen würde

Auch für Geimpfte: Nur so stoppen wir die vierte Welle!

25. November 2021 - 10:22 Uhr

Wieder Lockdown für Alle?

Testpflicht, Kontaktbeschränkungen oder doch gleich Lockdown? In den letzten Wochen wurde immer wieder über solche Maßnahmen diskutiert. In Österreich gilt seit Montag wieder: Lockdown für alle. Zuvor hatte der nur für Ungeimpfte gegolten. Eine Maßnahme, die auch in Deutschland denkbar wäre?

Eine Studie der Technischen Universität Berlin hat anhand verschiedener Parameter eine Simulation erstellt, die die Wirkung von verschiedenen Maßnahmen auf die aktuelle Corona-Situation untersucht. Welche Maßnahmen wirken am besten und was könnten wir uns sparen? Dabei zeigt sich: Ein schnelles Stoppen der vierten Welle ist eigentlich nur durch die Ausweitung von Maßnahmen auf alle Menschen möglich – also auch für bereits Geimpfte!

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Welche Maßnahmen zeigen Wirkung

Der "MODUS-Covid-Bericht" der TU Berlin untersucht die Wirkung verschiedener aktuell diskutierter Maßnahmen auf den Verlauf des Infektionsgeschehens. Dabei haben die Wissenschaftler verschiedene Simulationen entwickelt, die exakt zeigen, welche Maßnahme die größte Wirkung zeigen und den so genannten "R-Wert" und damit das Infektionsgeschehen am besten bremsen können. Dabei wurden sowohl kurzfristig umsetzbare Maßnahmen wie: 2G, 2G+, 3G (auch am Arbeitsplatz) oder Kontaktbeschränkungen im Privatbereich in die Simulation miteinbezogen.

Ziemlich eindeutig lässt sich erkennen: Wenn auch Geimpfte in die Maßnahmen miteinbezogen werden (zum Beispiel durch 2G) wirken die Maßnahmen deutlich besser.

In Bundesländern mit hohen Impfquoten kann aber auch schon eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen wie 2G+ in öffentlichen (Freizeit-)Einrichtungen, 3G/Homeoffice bei der Arbeit plus schnelles Boostern ausreichen um die Fallzahlen zu bremsen.

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Die TU Berlin hat genau das in ihrer Studie untersucht. Festgestellt wurde, dass auch Geimpfte (wenn auch indirekt) zum Infektionsgeschehen beitragen. Auch Ungeimpfte können an Corona erkranken oder das Virus weitergeben. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt sogar noch je länger die Impfung zurückliegt – das zeigt die Studie der TU Berlin. Zwar würden Geimpfte selbst deutlich weniger häufig mit schweren Verläufen im Krankenhaus liegen, doch tragen sie indirekt dazu bei, dass sich die Intensivstationen auch mit erkrankten Ungeimpften füllen.

Maßnahmen für "einzelne Gruppen" seien zudem nicht unbedingt hilfreich, da einzelne Gruppen immer noch im Kontakt zueinander stehen. Beispielsweise könne man einen indirekten Kontakt über Kinder der einzelnen Gruppe in Schulen und Kitas nicht verhindern.

Daher sei es laut der Studie nur "plausibel", über die Ausweitung der Maßnahmen auch für Geimpfte/Genesene nachzudenken. Österreich ist den Schritt ja nun gegangen und befindet sich im vierten Lockdown seit Pandemiebeginn..

Kann schnelles Boostern helfen

Auch das Boostern wurde als "mittelfristige Maßnahme" mit in die Simulationen miteinbezogen. Laut der Studie müsste das, möchte man die vierte Corona-Welle schnell brechen, jetzt auch sehr schnell gehen: Für Jeden, bei dem die Zweitimpfung mehr als fünf Monate zurückliegt, müsste "unverzüglich" ein Booster-Termin organisiert werden. Mit dem Stand vom 15.11. wäre das bei etwa 25 Prozent der Bevölkerung der Fall – nur vier Prozent aus dieser Gruppe sind bereits geboostert.

Allerdings müsste man für einen sichtbaren Erfolg mit einer Geschwindigkeit wie in diesem Sommer impfen: Man müsste also ein Prozent der Bevölkerung pro Tag boostern. Eine Verbesserung der Coronasituation würde es bei der Simulation schon bei 30 Prozent geboosterter Bevölkerung geben. Allerdings scheitert solch ein enger Zeitplan vermutlich aktuell noch an den deutschen Impfkapazitäten.

Laut Simulation würde breites Boostern trotzdem nicht so schnell wirken wie sofort umsetzbare Maßnahmen wie 2G+ bei Freizeitaktivitäten, 3G/Homeoffice im Beruf oder sogar Einschränkungen und Testpflicht im privaten Bereich. (khe)

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