Kurz nach Lufthansa-SkandalReality-Sternchen Edda Pilz fliegt aus Fitness-Studio

von Philipp Petersdorff

Die Fitnessstudio-Kette John Reed kündigt Influencerin fristlos.
Jetzt erhebt Edda Pilz schwere Vorwürfe. Sie sei aus Neid fristlos gekündigt worden, behauptet sie in einem emotionalen Instagram-Video. Das Unternehmen weist das entschieden zurück.

Social Media vs. Privatsphäre

„Ich wurde fristlos gekündigt – einfach nur aus dem Grund, weil eine andere Frau neidisch auf mich war.“ Mit diesen Worten macht Edda Pilz ihrem Ärger auf Instagram Luft. In einem langen Video schildert die Influencerin, sie fühle sich von Mitarbeitern eines John-Reed-Studios gezielt benachteiligt und anders behandelt als andere Mitglieder.

Pilz sagt, sie habe regelmäßig Spiegelbilder oder Trainingsvideos aufgenommen und sich dafür – wenn nötig – sogar Drehgenehmigungen eingeholt. Andere Mitglieder würden schließlich ebenfalls Fotos machen, argumentiert sie. Sie habe zudem darauf geachtet, möglichst keine anderen Trainierenden zu filmen.

John Reed: „Mehrfach gegen unsere Hausordnung verstoßen“

John Reed stellt den Sachverhalt allerdings völlig anders dar. Auf Anfrage von RTL erklärt das Unternehmen:

„Wir können bestätigen, dass Edda Pilz fristlos gekündigt wurde. Sie hat mehrfach gegen unsere Hausordnung verstoßen und wurde im Vorfeld bereits abgemahnt.“ Welche Verstöße konkret zur Kündigung geführt haben, teilte die Fitnessstudio-Kette nicht mit.

Pilz bestreitet dagegen, bewusst gegen Regeln verstoßen zu haben. Im RTL-Interview sagt sie, sie habe immer versucht, Rücksicht zu nehmen. Wenn sich doch einmal jemand im Hintergrund eines Videos wiedergefunden habe, hätte sie entsprechende Aufnahmen auf Wunsch selbstverständlich gelöscht.

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Frühere Abmahnung wegen Socken

Dass sie bereits eine Abmahnung erhalten hatte, bestätigt Pilz selbst. Den Grund schildert sie im RTL-Interview allerdings als eher kurios. Sie sei damals auf Socken durch den Flur des Studios zu einem Pilates-Kurs ihrer Freundin gelaufen. Dafür habe sie eine schriftliche Abmahnung erhalten. Sie habe die Regel zuvor nicht gekannt und empfunden, dass andere Mitglieder dafür offenbar nicht belangt worden seien.

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Viele Nutzer zeigen wenig Verständnis

Unter Pilz’ Instagram-Video überwiegen keineswegs zustimmende Stimmen. Zahlreiche Nutzer halten dagegen, dass sich viele Menschen im Fitnessstudio bewusst unbeobachtet fühlen möchten.

Eine Nutzerin schreibt etwa: „Die Wahrheit gehört auch dazu, dass du ohne Rücksicht auf andere filmst, weil dir Inspiration und Content auf dem wichtigsten Medium wichtiger ist als deine Mitmenschen.“ Ein anderer Kommentar erinnert daran, dass Pilz nach eigener Aussage schon früher wegen Filmens aufgefallen sei und fragt, ob dies möglicherweise doch eine Rolle bei der Kündigung gespielt haben könnte.

Die Kommentare spiegeln eine Diskussion wider, die viele Fitnessstudios inzwischen beschäftigt. Während Influencer Trainingsinhalte für ihre Kanäle produzieren möchten, empfinden zahlreiche Mitglieder Kameras im Trainingsbereich als Eingriff in ihre Privatsphäre – selbst wenn sie nur zufällig im Hintergrund zu sehen sind.

Im Video: Nicht der erste öffentliche Streit von Edda Pilz

Für Edda Pilz ist es nicht der erste Konflikt, der für Schlagzeilen sorgt. Erst vor rund zwei Wochen durfte sie nach eigenen Angaben nicht an Bord eines Lufthansa-Fluges. Die Fluggesellschaft berief sich dabei auf ihre Bekleidungsregeln. Auch damals sorgte der Vorfall für eine hitzige Debatte.

So ist die Rechtslage

Rechtlich gilt: Wer andere Personen ohne deren Einwilligung erkennbar filmt oder Aufnahmen veröffentlicht, kann gegen Persönlichkeitsrechte verstoßen. Viele Fitnessstudio-Betreiber haben deshalb eigene Hausordnungen oder verlangen für Dreharbeiten eine vorherige Genehmigung. Selbst wenn niemand bewusst gefilmt werden soll, reicht vielen Trainierenden bereits die Anwesenheit einer Kamera aus, um sich unwohl zu fühlen. Genau dieser Interessenkonflikt zwischen Content-Produktion und Privatsphäre sorgt immer wieder für Diskussionen.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherchen, Instagram/Edda.Elisa