Regisseur vermisst seine Statuette„Das wäre Leonardo DiCaprio nicht passiert“ – Oscar verschwindet am Flughafen auf dem Weg nach Deutschland

Pavel Talankin gewinnt im März den Oscar für seinen Dokumentarfilm „Mr. Nobody against Putin”
Pavel Talankin gewinnt im März den Oscar für seinen Dokumentarfilm "Mr. Nobody against Putin”
picture alliance / John Locher/Invision/AP | John Locher

Und plötzlich ist er weg.
Regisseur Pavel Talankin (35) reist mit seiner Trophäe, doch am John F. Kennedy Flughafen in New York wird sie ihm von der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde TSA abgenommen. Wenig später ist die Auszeichnung spurlos verschwunden.

Sicherheitscheck stoppt den Oscar

Was wie eine Filmszene klingt, passiert Oscar-Gewinner Pavel Talankin wirklich. Der russische Regisseur reist mit seiner goldenen Statue nach Deutschland – doch am Ende kommt sie nie an. Talankin ist Co-Regisseur und Protagonist des preisgekrönten Dokumentarfilms „Mr Nobody Against Putin“. Mit dem Film gewinnt er in diesem Jahr den Oscar.

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Wie die BBC berichtet, hat Talankin seinen Oscar im Handgepäck, als er für seinen Lufthansa-Flug eincheckt. Doch die Sicherheitskontrolle greift ein. Die Begründung sorgt für Kopfschütteln: Die Trophäe könnte als Waffe benutzt werden.
Der Regisseur muss den Preis abgeben. Mitarbeiter helfen ihm, den Oscar in eine Box zu packen – mit Klebeband und Luftpolsterfolie gesichert. Als der 35-Jährige später in Deutschland landet, folgt der Schock. Der Oscar ist verschwunden.

Lufthansa sucht mit Hochdruck

Die Lufthansa reagiert sofort. „Wir bedauern diese Situation zutiefst“, heißt es in einer Stellungnahme. Man behandle den Fall mit „größter Sorgfalt und Dringlichkeit“ und habe eine umfassende Suche gestartet. Für Talankin ist das bitter. Schließlich reist er regelmäßig mit der Trophäe, zeigt sie bei Veranstaltungen und Vorführungen. Probleme gab es dabei bisher nie.

Unterstützung bekommt er von Produzentin Robin Hessman. Sie telefoniert mit ihm und der Sicherheitsbehörde, um zu helfen. Talankin spricht kein fließendes Englisch. Ihre deutliche Kritik über den Vorfall äußert sie gegenüber der BBC: „Das wäre Leonardo DiCaprio nicht passiert.“

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Politisch brisanter Film bringt ihn ins Exil

Sein Film „Mr Nobody Against Putin“ sorgt international für Aufmerksamkeit. Er zeigt, wie Kriegspropaganda an einer russischen Schule in Umlauf gebracht wird. In Russland wird der Film deshalb von mehreren Plattformen verbannt.

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Die Behörden werfen ihm vor, „Extremismus und Terrorismus“ zu verbreiten. Pavel Talankin lebt inzwischen aus Sicherheitsgründen im Exil in Europa. Und jetzt fehlt ihm ausgerechnet der Oscar, der sein Werk weltweit bekannt gemacht hat. (ajo)

Verwendete Quellen: BBC, Instagram