Reise mit SymbolkraftNach 19 Jahren: Felipe und Letizia besuchen Spaniens Exklave Ceuta

Ceuta gehört zu Spanien, liegt aber in Nordafrika. Seit fast 19 Jahren war kein spanischer Monarch mehr dort. Jetzt werden König Felipe VI. und Königin Letizia von Tausenden Menschen begeistert empfangen.
Tausende Menschen, spanische Flaggen und begeisterte Jubelrufe: König Felipe VI. (58) und Königin Letizia (54) sind am Dienstag in Ceuta an der nordafrikanischen Küste mit großer Begeisterung empfangen worden. Für die spanischen Royals ist es eine besondere Reise, auf die die Bevölkerung lange gewartet hat.
Gegen 12:30 Uhr trafen Felipe und Letizia im Zentrum der Stadt ein, wie unter anderem die spanische Zeitung "El País" berichtet. Schon seit dem frühen Morgen hatten sich demnach zahlreiche Menschen entlang der Straßen versammelt, um einen Blick auf das Königspaar zu erhaschen. Unter Rufen wie "Ceuta ist Spanien!" und "Es lebe der König!" bahnten sich die beiden ihren Weg durch die jubelnde Menge und nahmen sich immer wieder Zeit, die Wartenden persönlich zu begrüßen.
Königspaar erhält die Schlüssel der Stadt
Im Rathaus wurden Felipe und Letizia vom Präsidenten der autonomen Stadt, Juan Jesús Vivas, empfangen. Bei einer feierlichen Zeremonie überreichte er dem Königspaar symbolisch die Schlüssel der Stadt. Zudem trugen sich die beiden in das Ehrenbuch ein.
Dabei fanden die Royals persönliche Worte. Es habe eine Verpflichtung gegeben, die mit diesem lange ersehnten Besuch nun eingelöst werde, schrieben sie sinngemäß. Zugleich betonten sie ihre Verbundenheit mit den Einwohnern und versicherten ihnen die Unterstützung ganz Spaniens.
Der Besuch hat historische Bedeutung. Zuletzt waren 2007 König Juan Carlos I. (88) und Königin Sofía (87) nach Ceuta und Melilla gereist. Anders als Juan Carlos und Sofía damals werden Felipe und Letizia zudem die Nacht in Ceuta verbringen.
Besuch vor politisch schwierigem Hintergrund
Die Reise steht im Zeichen einer schweren Krise. Ende Juli waren Zehntausende Menschen von Marokko aus nach Ceuta gelangt, Dutzende ertranken beim Versuch, die Stadt schwimmend zu erreichen. Die Ereignisse belasten Ceuta bis heute. Felipe und Letizia wollen mit ihrem Besuch deshalb auch Solidarität mit der Bevölkerung zeigen.
Auf dem Programm stehen am Nachmittag unter anderem der Besuch einer Schule und eine interreligiöse Gedenkveranstaltung für die Opfer der Migrationskrise. Am Mittwoch setzt das Königspaar seine Reise in der zweiten spanischen Exklave Melilla fort.
Auch diplomatisch ist die Reise nicht ganz unkompliziert. Marokko erhebt Anspruch auf die beiden Städte. Bereits der Besuch von Juan Carlos und Sofía im Jahr 2007 hatte für Spannungen zwischen den Nachbarländern gesorgt. Diesmal hält sich die marokkanische Regierung mit öffentlichen Reaktionen bislang zurück.
(dr/spot)


